Ein Angebot des medienhaus nord

Groß Schönebeck Einen Elefanten gibts für 500 Euro

Von Steffi Prutean, dpa | 01.02.2010, 01:57 Uhr

Wollschwein Erna hat einen Patenonkel im Westen, Elchkuh Lilly auch.

Die beiden Vierbeiner aus dem Wildpark Schorfheide im Barnim gehören zu den etwa 15 Tieren des Parks, die einen Tierpaten haben. Doch nicht nur in der Schorfheide, in vielen märkischen Tiergärten und -gehegen werden solche Patenschaften angeboten, die unterschiedlich teuer sind. Was Luchs, Elefant und Kaninchen dadurch in die Kassen bringen, ist eine Hilfe für die Einrichtungen. "Tierpaten beteiligen sich so direkt am Natur- und Artenschutz", meint die Chefin des Wildparks Schorfheide, Imke Heyter.

"Am beliebtesten sind Wölfe, aber auch Schweine und Ziegen werden gern genommen", berichtet Heyter. Die Patenschaft für eine Ziege kostet in dem Wildpark 30 Euro, für einen Wolf 500 Euro - Firmen zahlen das Doppelte. Für ihr Engagement erhalten Tierpaten eine Urkunde und zumeist auch eine Jahreskarte. Oft ist die Wahl eines Tieres mit einer persönlichen Geschichte verbunden. Weil er vom Wildpark Schorfheide so begeistert war, habe zum Beispiel ein Berliner Schriftsteller seinem Freund in Spanien die Patenschaft über einen Wolf geschenkt, erzählt Heyter. Andere Paten setzten auf eine enge Bindung zum Tier. Vor Jahren übernahm ein Autohaus die Patenschaft über einen Elch. "Den haben wir dann auch Benz getauft", erinnert sich Heyter mit einem Schmunzeln.

Im Heimattiergarten Fürstenwalde im Oder-Spree-Kreis sind Ziegen, Kaninchen, Waldeulen und Greifvögel bei Parten die beliebtesten Tiere. 2009 habe ein Hort ein Zicklein auf den Namen Stupsi-Gänseblümchen getauft und die Patenschaft übernommen, berichtet Irina Pelikowsky, freie Mitarbeiterin des Tiergartens. Auch das gibt es: Eine Frau schenkte ihrem Mann zum Geburtstag die Patenschaft für einen Steinbock. "Der Mann ist in dem Sternzeichen geboren." Die Paten kommen meist aus der Region oder aus Berlin. Mit dem Geld werde Futter finanziert, so Pelikowsky. "Eine Patenschaft entspricht etwa einem Drittel der Futterkosten."

Im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin begann das patenschaftliche Engagement 1999, als Ziegenbock Oskar getauft wurde und einen Paten erhielt. Seither ist die Zahl der menschlichen Partner auf rund 75 gestiegen, wie Tierparkleiter Peter Mancke berichtet. Beliebt seien "Leittierarten", wie Fischotter, Wolf, Wildkatze, Luchs. Aber auch Schildkröten, Frettchen und Waschbären hätten jemanden in der Bevölkerung, der sich um sie kümmert. "Der Tierpate fördert den Tierpark, ein Recht an dem Tier erwirbt er nicht", unterstreicht der Tierparkchef allerdings.

Viele Paten fühlen sich laut Mancke der Einrichtung verbunden. "Sie kommen mehrmals im Jahr und wollen sehen, wie sich das Tier entwickelt." Wenn es der Pate wünsche, werde ein Hinweis zu der besonderen Unterstützung am Gehege angebracht. "Das Geld ist eine große Hilfe", betont Mancke. Es diene unter anderem zur Rekonstruktion von Gehegen wie dem Eulenwald.

Im Tierpark Cottbus sind die Renner bei den Tierpaten zwei Erdmännchen: Die beiden haben zwölf Paten. "Und wir haben nur die zwei - Vater und Kind", sagt Verwaltungsleiter Klaus Eberlein und kann sich das Interesse an den putzigen "Männlein" nicht erklären. "Vielleicht, weil sie sich so hinstellen." Diese Patenschaft kostet 50 Euro. Im Gegensatz dazu blieb das Kamel - Kostenpunkt 250 Euro - bisher allein. Rund 100 Paten hat der Tierpark Cottbus. Interessierte könnten zwischen Streifengrasmaus für 15 Euro und asiatischem Elefanten für 500 Euro wählen. Manche Paten erkundigten sich auch gezielt nach dem Wohlbefinden der Tiere, so Eberlein: Sie kämen und fragten: "Lebt denn mein Pony noch?"