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Bild-Girl kommt aus Brandenburg Die Schneekönigin

Von Thomas Sabin | 08.02.2019, 05:00 Uhr

Erzieherin, Mutter und „Bild-Girl des Jahres“: Christin Tusk aus Bad Saarow setzt sich gegen elf Schönheiten durch

Thomas Sabin

Zuerst schaut Christin Tusk ungläubig, als ihr Name genannt wird. Dann reißt sie die Arme hoch, ein smartes Lächeln überzieht ihr Gesicht, dann kullern Freudentränen. Die Frau mit dem schulterlangen blonden Haar, Paillettenkleid und freundlichem Gesicht ist Bild-Girl 2018. Dass ihr das gelang, verdankt sie auch ihrem Freund Sebastian, der alles ins Rollen brachte. „Er hat mich gefragt, ob ich Lust habe, mich für ein Bild-Girl-Shooting zu bewerben. Ich musste mich erstmal mit dem Thema beschäftigen und mich schlau machen“, sagt die 29-Jährige. Sie entschied sich dafür und wurde von den Lesern im September zur Monatssiegerin gewählt.

Beim zweiten Bild-Shooting im österreichischen Ischgl ließen sich die zwölf Monats-Siegerinnen bei minus acht Grad im Schnee ablichten. Diesmal kürte eine Jury die Siegerin. „Ich war sprachlos und rang um Worte. Die Überwältigung war riesig“, sagt Tusk, die in Bad Saarow (Oder-Spree) aufgewachsen ist und bis heute dort lebt.

Redet sie über ihre Heimat, kommt die junge Frau ins Schwärmen. „Ich wollte immer hier bleiben und meine Kinder großziehen. Es ist kinderfreundlich, man hat alles, was man braucht. Den See vor der Tür, Wälder zum Spielen.“

Erfahrungen vor der Kamera hatte die Brandenburgerin schon gesammelt. Doch das Fotoshooting eröffnete ihr einen aufregenden Lebensabschnitt. Auch wenn das nicht ihre größte Leidenschaft ist. Am liebsten springt Christin Tusk durch den Sand und schlägt kräftig zu – als Beach-Volleyballerin. „Mit meinem Freund gehe ich im Sommer oft an den Strand, um zu spielen. Das ist meine große Leidenschaft. Wenn es kälter ist, tummeln wir uns in der Halle.“ An erster Stelle steht für die gelernte Pädagogin aber die Familie, wie sie betont.

Seit acht Jahren arbeitet die sportbegeisterte Frau als Kita-Erzieherin – ihre Berufung, wie sie sagt. „In meinem Arbeitsumfeld habe ich alles perfekt beieinander. Tolle Kinder, tolle Eltern und ein Klasseteam. Ich bin stolz auf das, was ich hier haben darf.“

Der Rummel um ihre Person sei anstrengend, aber sie könne das alles genießen. Auch weil die Reaktionen bisher meist positiv waren. Einen Besuch im Sat.1-Frühstücksfernsehen meisterte sie wie ein Profi – stets lächelnd.

Mit Kritik geht die 29-Jährige gelassen um. „Ich freue mich, wenn die Bilder positiv bei den Leuten ankommen. Gefällt es jemandem nicht, versuche ich neutral zu reagieren. Ich denke, die Leute kaufen sich Magazine wie den Playboy, weil sie sich dafür interessieren – und nicht, weil ich dort drin bin.“

Der Schnee in Ischgl hatte Folgen. „Ich habe mir einen leichten Schnupfen und Gefrierbrand an Händen und Füßen geholt“, erzählt Christin Tusk. „Das fühlte sich an, als würden Tausende Nadeln in meiner Haut stecken.“ Die Wunden sind verheilt – die Fotos bleiben ewig und sollen ihr Wohnzimmer zieren.  Die größte Herausforderung im Schnee waren die vielen fremden Augen des Foto-Teams – „eine umgewohnte Situation. Während des Shootings habe ich alles ausgeblendet und mich konzentriert.“

Auf ihre Bilder ist sie sehr stolz. Auch ihr Freund sei begeistert. Das Besondere an den Porträts ist nicht erkennbar: Christin Tusk war in der siebten Woche schwanger.

Der Lohn: unter anderem ein Preisgeld. „Das wird in unser neues Zuhause und in das Baby investiert“, sagt Christin Tusk. Und die Doppelseite im Playboy, die bald erscheint. In naher Zukunft will die 29-Jährige mit Faible für Heavy-Metal-Musik kürzer treten. „Ich will nicht als Fotomodell durchstarten. Nebenbei ein paar Shootings wäre toll. Und es ist ein zusätzliches Taschengeld“, so die Schneekönigin aus Bad Saarow.