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Frankfurt Das Baby lebte

Von Oder | 13.02.2010, 01:57 Uhr

Das auf einem Feld in Weesow nordöstlich von Berlin am Donnerstag entdeckte tote Baby kam lebend zur Welt.

"Das Kind war voll ausgereift und hat bei der Geburt gelebt" sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) gestern und sprach von einem vorläufigen Obduktionsergebnis. "Die Todesursache ist noch nicht ermittelt." Die in Berlin lebende Mutter des Kindes war in lebensbedrohlichem Zustand und stark unterkühlt auf dem verschneiten Acker entdeckt worden. In der Nähe der 22-Jährigen fanden Beamte das Baby. Es steckte in einer Tasche und war aufgrund des Wetters gefroren. Die Frau konnte noch nicht vernommen werden. Ihr gesundheitlicher Zustand sei "sehr schlecht".

Den Ermittlern stellt sich das Drama bisher so dar: Die Frau hatte einen Bekannten in dem Ort, der zu Werneuchen im Barnim gehört, besucht. In dessen Haus bekam sie im Hausflur das Kind. Es seien eindeutige Spuren gefunden worden, sagte der Behördensprecher. "Wir gehen davon aus, dass der Bekannte von der Geburt nichts mitbekommen hat." Danach muss die gelernte Hotelfachfrau, die derzeit arbeitslos ist, das Neugeborene offensichtlich in eine Reisetasche gesteckt haben. Warum sie mit dem Kind zu dem Feld ging, ist noch nicht ermittelt. "Das Motiv ist unklar", sagte der Sprecher. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass Dritte in den Fall verwickelt seien. In dem Ort wohnen auch die Eltern der jungen Frau.