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Criewen Angler kooperieren mit Nationalpark

Von dpa | 29.09.2009, 05:19 Uhr

Im Nationalpark Unteres Odertal unterstützen jetzt auch erste Angler den aktiven Naturschutz.

Die Ortsgruppe Schwedt des Anglervereins 1922 schloss eine Kooperationsvereinbarung mit der Parkverwaltung ab. "Es handelt sich um die erste Partnerschaft dieser Art im Nationalpark Unteres Odertal", teilte das Umweltministerium in Potsdam mit. Wie ein Sprecher des Nationalparks gestern sagte, wurde die Vereinbarung am Sonnabend in Schwedt in der Uckermark unterzeichnet.

Laut Vereinbarung bleibt das Angeln im Nationalpark trotz Naturschutzes möglich - aber eingeschränkt. In Brandenburgs einzigem Nationalpark will das Umweltministerium rund 20 000 Hektar Fläche der Wildnis überlassen. Das stieß bei Nutzern auf Kritik. Das Vorhaben sei mit einem Angelverbot vom 1. März bis 30. Juni in den Poldern verbunden, sagte Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks. "Sonst war dort Angeln üblich." Durch das begrenzte Angelverbot würden aber auch Vögel geschützt, die in den Poldern brüteten. "Sie werden in dieser Zeit nicht gestört."

Treichel hofft, dass nun auch andere Anglerverbände dem Schwedter Beispiel folgen. Dem Verein gehören rund 90 Mitglieder an. Nach Jahren heftigen Streites um das Angeln im Nationalpark war 2007 eine Fischereiordnung verabschiedet worden, mit der erstmals erhebliche räumliche und zeitliche Beschränkungen für das Angeln im Unteren Odertal umgesetzt wurden, so das Ministerium.

Um den Kompromiss hatten Parkverwaltung und Anglervereine und -verbände über Monate gerungen. Trotz der Einschränkungen werde das Hobby der Angler dauerhaft gesichert. Mit dem Abschluss der Kooperationsvereinbarung stelle sich die Ortsgruppe ohne Einschränkung hinter den Nationalpark und seine Ziele. Das Untere Odertal ist bei Anglern auch wegen seltener Fischarten beliebt, wie Quappe, Zope, Wels und Rapfen. Wie Treichel sagte, bleiben die drei Fischereibetriebe von den Plänen zur Flächenneuordnung zunächst verschont. Die Berufsfischer, sie haben Flächen gepachtet, können ihrem Gewerbe bis zu ihrem Rentenalter nachgehen. "Danach wird die Fischereiwirtschaft komplett eingestellt."