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Potsdam Ärztezentren auf dem Land geplant

Von dpa | 05.09.2009, 01:57 Uhr

Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung vor allem auf dem Land wollen die Krankenkasse AOK Brandenburg und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) stärker zusammenarbeiten.

Die Organisationen wollen die ambulante und stationäre Versorgung besser miteinander verzahnen und die Versorgung von alten und chronisch kranken Menschen verbessern, teilten sie gestern in Potsdam mit. Den Angaben der Organisationen zufolge soll die gemeinsame Arbeitsgemeinschaft "Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg (IGiB)" bundesweit einmalig sein.

In ländlichen Gebieten mit wenigen Ärzten und schlechter Infrastruktur sollen ältere Patienten über spezielle Dienste in ein zentrales ärztliches Kompetenzzentrum gebracht werden. Dort könnten sie möglichst an einem Tag von allen nötigen Fachärzten behandelt werden. Ein solches Modellzentrum, Träger ist ein Verein von Krankenhaus und Ärzten, gebe es bereits in Belzig. Die Krankenkassen AOK und Barmer seien daran beteiligt. Ähnliche Zentren sollen "überall im Land, wo es nötig ist" entstehen.

In ländlichen Regionen wohnten vor allem alte Patienten, die nicht mehr allein zum Arzt kämen und häufig gleich mehrere Krankheiten hätten, sagte Branenburgs KV-Vorstandschef Hans-Joachim Helming.

Außerdem sollen Mitarbeiter der Krankenkasse Mitglieder mit schweren Krankheiten, die zuvor ihre Zustimmung gegeben haben, regelmäßig anrufen. Die Patienten sollen damit daran erinnert werden, auf ihr Gewicht zu achten, den Insulinspiegel zu messen und Medikamente zu nehmen. "Sonst gibt es häufig einen Drehtüreffekt, die Patienten vergessen, ihre Pillen zu nehmen, und sind nach kürzester Zeit wieder in Behandlung", sagte AOK-Vorstandschef Frank Michalak. Der Schwerpunkt des neuen Vorhabens liege zunächst auf Volkskrankheiten wie Diabetes, Herzinsuffizienz und Depressionen.