Ein Angebot des medienhaus nord

Brandenburg Abschied und Neubeginn

Von Redaktion svz.de | 28.09.2013, 03:08 Uhr

Benjamin LassiweIm Bund wurde gewählt, in Potsdam hat das letzte Jahr dieser Legislaturperiode begonnen.

Vermutlich im September 2014 finden die nächsten Landtagswahlen statt. Vorher freilich gibt es noch einmal ein großes Stühlerücken - sogar im alten Plenarsaal, den die Landtagsverwaltung fünf Sitzungstage vor dem großen Umzug noch einmal umbauen ließ, um das früher freistehende Pult des fraktionslosen Abgeordneten Christoph Schulze an jenes seiner Kollegin Sabine Niels heranzu rücken.

Und auch Namensschilder müssen ausgetauscht werden: Denn Kornelia Wehlan, die frisch gewählte Landrätin von Teltow-Fläming, wird schon im November dem Landesparlament nicht mehr angehören. Mit einem Dank an die Mitglieder des von ihr geleiteten Ausschusses für Infrastruktur und Landwirtschaft verabschiedete sich die Abgeordnete aus dem Plenum. Künftig wird die aus Potsdam-Mittelmark stammende Kommunalpolitikerin Astrit Rabinowitsch für sie im Landtag Platz ne hmen.

Wann die frisch in den Bundestag gewählte Sprembergerin Birgit Wöllert ihren letzten Tag im Landtag hat, und durch den bei der Bundestagswahl in Potsdam angetretenen Norbert Müller ersetzt wird, ist dagegen noch unklar: Am Donnerstag zumindest hatte Wöllert es nicht sonderlich eilig, den Brauhausberg zu verlassen. Auch an der nächsten Sitzung ihres Landtagsausschusses wollte sie noch teilnehmen.

Ein Anderer dagegen hat Abschied und Neubeginn schon hinter sich: Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck nahm an den beiden Plenartagen mehrfach kurz in der zweiten Reihe seiner Fraktion statt. Doch am Plenargeschehen beteiligte er sich nicht, und als es in der Fragestunde des Landtags tatsächlich um Anliegen seiner geliebten Uckermark ging, hatte der uckermärkische Abgeordnete Platzeck kurz zuvor den Raum verlassen. Aber vielleicht ist die zweite Reihe in der Fraktion für ihn ja auch nur ein Durchgangsposten: In Potsdam mehren sich jedenfalls die Spekulationen darüber, dass er nach der nächsten Landtagswahl als Nachfolger von Gunther Fritsch zum Parlamentspräsidenten werden könnte. So wie es ihm schon Walter Momper in Berlin vormachte.

Doch den schönsten Abschied erhielt in der letzten Woche ein Kollege. Der langjährige dpa-Korrespondent Ronald Bahlburg, der oft als einziger Journalist den Landtagssitzungen beiwohnte, wurde nach Ende der Tagesordnung am Mittwoch mit stehenden Ovationen vom Brauhausberg verabschiedet. Künftig wird er in Berlin im Einsatz sein - und dass der ganze Landtag applaudierend aufsteht, zeugt davon, welch großer Verlust für die Brandenburger Presselandschaft dieser Abschied ist.