Revisionen verworfen : BGH bestätigt Urteil gegen Ex-Krankenpfleger Niels Högel

Patientenmörder Niels Högel im Gerichtssaal. (Archivfoto)
Patientenmörder Niels Högel im Gerichtssaal. (Archivfoto)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichts Oldenburg gegen den Ex-Krankenpfleger Niels Högel wegen 85-fachen Mordes bestätigt. Damit ist es rechtskräftig. Zumindest juristisch ist damit ein Schlusspunkt unter den Fall Högel gesetzt.

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11. September 2020, 10:32 Uhr

Oldenburg | Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichtes Oldenburg gegen den Ex-Krankenpfleger Niels Högel wegen 85-fachen Mordes bestätigt. Der 3. Strafsenat verwarf die gegen das Urteil gerichteten Revisionen des Angeklagten sowie eines Nebenklägers, wie der BGH am Freitag mitteilte. Högel war im Juni 2019 zur lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil ist mit der Entscheidung rechtskräftig.


Keine Rechtsfehler

Die Überprüfung des Urteils und des Verfahrens durch den Strafsenat habe keinen Rechtsfehler ergeben, erklärte der BGH. Sämtliche Rügen seien ohne Erfolg geblieben. Die kompletten Verfahrensunterlagen inklusive Stellungnahmen waren dem BGH im März zugegangen.

Zu lebenslanger Haft verurteilt

Sowohl Högel als auch ein Nebenkläger hatten gegen das Urteil vom 6. Juni 2019 Revision eingelegt. Damals war der heute 43-jährige Högel wegen der Morde an Patienten unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In 15 Fällen wurde er vom Vorwurf des Mordes freigesprochen.

"Mit Erleichterung haben wir die Ablehnung der Revision zur Kenntnis genommen. Es ist für uns wichtig, den letzten Prozess gegen den Mörder unserer Angehörigen endlich auch emotional abschließen zu können", teilte Christian Marbach, Sprecher der Angehörigenvereinigung IG Klinikmorde, in einer ersten Reaktion mit. "Wir konzentrieren uns jetzt auf den Prozess gegen die Verantwortlichen und Kollegen in den Kliniken Delmenhorst und Oldenburg", schreibt Marbach. Im Zusammenhang mit Högels Taten stehen weitere Verfahren gegen Ex-Klinikmitarbeiter aus Delmenhorst und Oldenburg im Raum.

Mindestens 85 Patienten getötet

Högel war in den Kliniken in Oldenburg und in Delmenhorst als Krankenpfleger in der Intensivmedizin tätig. Er tötete nach Feststellung des Landgerichts im Zeitraum von Februar 2002 bis Juni 2005 85 Patienten, indem er ihnen medizinisch nicht indizierte Medikamente verabreichte, die zu einem Herzstillstand oder Zusammenbruch des Kreislaufs führten. Dabei ging es ihm in erster Linie darum, sich danach um die Reanimation der Patienten bemühen zu können und vor Kollegen zu glänzen.


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