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Großbritanniens Premier-Paar Carrie Symonds – die erste "First Girlfriend" in der Downing Street

Von afp und Lorena Dreusicke | 30.07.2019, 17:22 Uhr

Boris Johnson und seine Freundin sind am Montag eingezogen – aber nicht in den Amtssitz, sondern nebenan.

Großbritanniens neuer Premierminister Boris Johnson wird an seinem neuen Wohnsitz in der Downing Street gemeinsam mit seiner Partnerin Carrie Symonds leben – auch wenn das Paar zuletzt mit einem handfesten Streit für Schlagzeilen sorgte. Johnson sei am Montag offiziell eingezogen. "Ja, seine Partnerin wird dort wohnen", sagte eine Sprecherin nach Spekulationen über das künftige Zusammensein des Paares.

Johnson und Symonds sind das erste unverheiratete Paar in der Downing Street. Der 55-jährige Chef der Konservativen Partei und die 31-jährige ehemalige Tory-Kommunikationschefin werden jedoch nicht am Amtssitz in der Downing Street 10 wohnen, sondern in der benachbarten Nummer 11, dem Sitz des Finanzministers, weil die Wohnung dort deutlich größer ist.

Der neue Finanzminister Sajid Javid und seine Familie ziehen im Gegenzug in die kleinere Wohnung von Nummer 10. Der Wohnungstausch war erstmals vom früheren Labour-Regierungschef Tony Blair initiiert worden. Alle Nachfolger hielten sich seitdem daran. Früher residierten stets die Finanzminister in der Nummer 11.

Johnsons erste Freundin nach gescheiterter Ehe

Johnson lebt seit seiner Trennung von seiner zweiten Ehefrau Marina Wheeler mit der PR-Expertin Symonds zusammen. Er hatte vergangenen Herbst bekanntgegeben, er und seine Frau ließen sich nach 25 Jahren scheiden. Mit Wheeler hat Johnson vier gemeinsame Kinder. Während seiner Ehe waren ihm mehrere Affären nachgesagt worden.

Großbritanniens "First Girlfriend" ist seit dem lautstarken Streit mit Johnson im Juni jedoch kaum in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Der Aufruhr in den Medien zwang das Paar, aus der Wohnung im Süden Londons auszuziehen. Ein Foto machte später die Runde, das die beiden versöhnlich redend auf Gartenstühlen zeigt. Die Spekulationen gingen weiter: Hat das ein Paparazzo aus einem Busch aufgenommen oder ist das Bild gestellt? Und ist das nicht vielleicht ein älteres Foto der beiden? Das Paar schwieg dazu.

Symonds will Briten nicht auf der Tasche liegen

Sechs Jahre lang arbeitete die 31-Jährige als PR-Expertin für die Tory-Partei. Dabei beriet sie unter anderem den heutigen Finanzminister Sajid Javid und den damaligen Kulturminister John Whittingdale. Mittlerweile arbeitet sie für die Umweltschutzorganisation "Conservative Animal Welfare Foundation".

Nach Angaben einer Regierungssprecherin wird Symonds künftig keinen aus öffentlichen Geldern finanzierten Mitarbeiterstab haben. "Es wird keine zusätzlichen Kosten für den Steuerzahler geben", sagte sie.

Spitzname "Otter"

Medienberichten zufolge soll sich Symonds im Hintergrund um Johnsons Image kümmern. So habe sie ihm zu einem neuen – seriöseren – Haarschnitt geraten, berichtet etwa die "Sun". Außerdem soll sie Johnson ermutigt haben, abzuspecken. Er soll nun angeblich weniger Wurst und Käse essen und auf Alkohol verzichten.

Auch ihre Kosenamen füreinander will die britische Presse erfahren haben: Demnach nennt Symonds ihren Freund liebevoll "Bozzie Bear", nach "Fozzie Bär" aus der "Muppet Show", wohingegen Johnson sie "Otter" nennt.

Neue Trendsetterin für die Briten

Das pink-rote Blümchenkleid, das Symonds beim ersten Auftritt ihres Partners als Premier trug, war nach Informationen der "Daily Mail" in den Luxus-Kaufhäusern John Lewis und Selfridges noch am gleichen Tag ausverkauft. Das Kleid "Luella" stammt vom britischen Modelabel Ghost und kostet 120 Pfund (etwa 135 Euro). Einen ähnlichen Ansturm erleben Kaufhäuser, wenn die Herzoginnen Kate oder Meghan hübsch gestylt in der Öffentlichkeit auftreten.

Adoptiert das Paar bald ein Haustier?

Wird sich die tierliebe Symonds mit Larry anfreunden? Der zwölf Jahre alte Kater lebt seit acht Jahren am britischen Regierungssitz. Premierminister kamen und gingen, Larry blieb.

Der gleichnamige Satireaccount mit mehr als 300.000 Followern auf Twitter kommentiert oft süffisant die britische Politik. Gerüchte, dass Boris Johnson und seine Freundin einen Hund aus dem Tierheim adoptieren wollen, quittierte @Number10cat entrüstet:

Ein weiterer tierischer Mitbewohner würde Kater Larry natürlich nicht vertreiben, machte der Satire-Larry klar: "Fake Mews. Ich gehe nirgendwo hin" – egal wer die Nachbarn sind.

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