Urteil aus Japan : Eltern spielen mit dem Handy, Baby stirbt

23-79111945.JPG

In einem besonders schweren Fall von Vernachlässigung wurde heute in Saitama das Urteil gesprochen.

autorenbild.jpg von
14. Dezember 2018, 17:14 Uhr

In der japanischen Präfektur Saitama wurde heute ein Ehepaar verurteilt, das seinen 13 Monate alten Sohn verhungern ließ. Das berichtete vor wenigen Stunden Japans öffentlich-rechtlicher Sender NHK. Der Junge war das dritte Kind des Paars.

Der 25 Jahre alte Firmenangestellte und die gleichaltrige Hausfrau sollen sich lieber mit Handy- und anderen Onlinespielen beschäftigt haben, als ihren elterlichen Pflichten nachzukommen. „Da sich der Säugling nicht allein ernähren kann und auf die Hilfe der Eltern angewiesen ist, hat er etwa einen Monat lang nicht mal die notwendige Menge Milch erhalten“, heißt es in der Anklageschrift.

Der Säugling wog nur etwa vier Kilogramm

Der Fall ereignete sich bereits vergangenes Jahr im Oktober. Der Säugling habe damals in der gemeinsamen Wohnung sein Bewusstsein verloren. Zu dem Zeitpunkt soll er gerade mal 3,8 Kilogramm gewogen haben, wie es aus Medienberichten heißt. Damit lag das Gewicht weit unter dem Durchschnitt Gleichaltriger. Die Todesursache stand schnell fest: Mangelernährung.

Das Amtsgericht von Saitama sah es als erwiesen an, dass die Vernachlässigung durch die Erziehungsberechtigten zum Tod des Babys führte. „Obwohl die Eltern gesehen haben, dass das Kind abgemagert ist, haben sie sich mit Handyspielen beschäftigt, statt sich um das Kind zu kümmern und es untersuchen zu lassen. Das zeugt von Mutwilligkeit“, so der Richter zum Abschluss der Verhandlung.

Beide Elternteile wurden vom Gericht zu einer Freiheitsstrafe von jeweils sechs Jahren verurteilt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert