Kritik an der Berichterstattung : Tanit Koch kritisiert „Safaritum“ vieler Medien im Osten

125873922.jpg

Es gebe in deutschen Redaktionen zu wenig Vielfalt.

von
24. Oktober 2019, 13:50 Uhr

Die Geschäftsführerin des Nachrichtensenders n-tv, Tanit Koch, kritisiert Medien im Umgang mit dem Osten Deutschlands. „Die Berichterstattung über Ostdeutschland gleicht in weiten Teilen einem Safaritum“, sagte sie am Donnerstag bei den Medientagen München. Sie warf vielen Journalisten „moralische Überheblichkeit“ vor.

Wenn eine ganze Region als politisch überwiegend rechts gebrandmarkt werde, „verwundert es nicht, dass wir als Branche dort Probleme haben, Vertrauen aufzubauen“.

Den Dialog suchen

Insgesamt gebe es in deutschen Redaktionen zu wenig Vielfalt und zu wenig unterschiedliche Biografien, sagte die frühere Chefredakteurin der „Bild“-Zeitung, die heute auch Chefredakteurin der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL ist. „Einen konservativen Katholiken in der Redaktion zu finden, ist schwer.“

Der Programmdirektor für das Erste der ARD, Volker Herres, sprach sich dafür aus, in der journalistischen Arbeit „mit Augenmaß zu handeln“ - und weniger aufgeregt: „Lassen Sie doch uns alle etwas weniger Trump wagen.“ Politische Differenzen müssten ausgetragen werden, und zwar „ohne Moralkeule“. Die Verantwortung der Journalisten sei es, den Dialog zu suchen, gerade wo es wehtue.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen