Tödliche Messerattacke in Hamburg-Barmbek : Augenzeugen: Messerstecher in Hamburg rief "Allahu Akbar"

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Ein Video zeigt, wie Passanten den Mann stoppen und mit Gegenständen bewerfen.

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erstellt am 29.Jul.2017 | 10:59 Uhr

Hamburg | Bei einer Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt ist ein Mensch getötet worden. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. In einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Barmbek war ein Mann am Freitagnachmittag in das Geschäft gekommen und hatte laut Polizei mit einem Küchenmesser wahllos auf Kunden eingestochen. Anschließend flüchtete er, wurde aber von Passanten verfolgt und schließlich festgenommen.

Augenzeugen berichteten, der Täter habe auf seiner Flucht mehrfach "Allahu Akbar". "Allahu Akbar" bedeutet übersetzt "Gott ist groß". Es gab in der Vergangenheit mehrfach Terroranschläge islamistischer Extremisten, bei denen die Täter diesen Ausruf verwendeten.

Ein Mann hat in einem Supermarkt im Hamburger Stadtteil Barmbek einen Menschen getötet und mehrere Passanten verletzt.
Ein Mann hat in einem Supermarkt im Hamburger Stadtteil Barmbek einen Menschen getötet und mehrere Passanten verletzt. Foto: Markus Scholz
<p>Polizeibeamte sichern die Spuren vor dem Supermarkt.</p>

Polizeibeamte sichern die Spuren vor dem Supermarkt.

Foto: dpa
 

Der Mann sei mit dem Messer in der Hand die Straße entlanggelaufen. "Dann hat er mal das Messer kurz hochgehalten und Allahu Akbar geschrien, das hat er zweimal gemacht", sagte Anwohner Remo Pollio. Er verfolgte die Flucht des Mannes von einem Backshop aus.

"Er hat das Messer in die Luft gehalten und dann Allahu Akbar gerufen - so habe ich das verstanden", sagte auch Pollios Tischnachbar Ralph Woyna. Ihn packte die Angst, wie er erzählt. "Das Adrenalin kommt dann schon." Er habe im Laden einen Stuhl in der Hand gehabt, um den Messerstecher auf Abstand zu halten, "falls er die Richtung ändert".

Polizeisprecher Timo Zill bestätige einen Terror-Verdacht nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Einschätzung seriös nicht möglich", sagte Zill zu einem möglichen Terror-Hintergrund der Tat. Die Polizei kündigte am späten Freitagabend eine Pressekonferenz an. Sie solle am Sonnabend ab 12 Uhr im Hamburger Rathaus stattfinden, twitterte die Polizei.

Auch Shaylin Röttmer (18), Mitarbeiterin einer Bäckerei, beschreibt, was sie gesehen hat. "Leute sind mit Stühlen hinter dem Täter hergelaufen und haben ihn damit beworfen." Sie spricht von einer erschreckenden Tat. „Es ist so traurig“, sagt sie im Gedenken an das Todesopfer.

Hinweise auf einen zweiten Täter gab es laut Polizei zunächst nicht. Zuvor hatte sie mitgeteilt, es handele sich "definitiv" um einen Einzeltäter. Meldungen über ein mögliches Raubmotiv hätten sich bisher nicht bestätigt, twitterte die Hamburger Polizei.

Auf Twitter äußertenn schon wenige Minuten nach Bekanntwerden der Messerattacke mit einem Todesopfer viele ihr Beileid für die Angehörigen des Toten und wünschen den Verletzten gute Besserung. Aber auch Wut und Vorverurteilungen sind schnell zur Stelle. Einer schreibt: „Das war doch bestimmt wieder ein Moslem“, andere schimpfen auf die „Politik der Gutmenschen“ wie Angela Merkel, ein anderer  fragt, warum der Täter nicht von der Polizei erschossen wurde. Einer bringt auf den Punkt, was viele Hamburger  bewegt haben wird: „Jeden Tag passiert was, Mord und Totschlag, was ist bloß los?“

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