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Wintersport

04. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Weitenjagd beginnt : Skispringer Prevc wieder das Maß aller Dinge?

vom

In der WM-Saison ist Vorjahresdominator Peter Prevc der Gejagte. Auch ein deutsches Skisprung-Trio macht sich Hoffnungen auf Top- Platzierungen. Beim Saisonauftakt sind die Erwartungen jedoch gering.

Wenn mit der Qualifikation im finnischen Kuusamo die Schanzenjagd auf Vorjahresdominator Peter Prevc beginnt, gehören Deutschlands Skispringer noch nicht zum Kreis der Favoriten.

Severin Freund kämpft nach einer Hüftoperation um seine Bestform, Richard Freitag mit neuem Material und Andreas Wellinger gegen die bösen Sturz-Erinnerungen der Vergangenheit. «Einige Springer sind in einer recht guten Verfassung, aber keiner ist Weltklasse», sagte Bundestrainer Werner Schuster vor dem Weltcup-Auftakt.

Wie so oft in der jüngsten Vergangenheit trägt Freund die deutschen Hoffnungen auf Top-Platzierungen im WM-Winter. Der Doppel-Weltmeister von 2015 im Einzel und Mixed hat nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause aber längst noch nicht sein Top-Level erreicht. «Die vergangenen Jahre waren für ihn wie ein kleines Märchen. Er war im Weltcup dreimal nacheinander in den Top 3. «Es wird nicht leicht, diese Serie fortzusetzen. Speziell mit dieser Vorbereitung kann man es nicht erwarten», sagte Schuster. «Aber bis zur WM ist noch viel Zeit.»

Die Titelkämpfe vom 22. Februar bis 5. März in Lahti sind neben der Vierschanzentournee und der mit einem zusätzlichen Rekordpreisgeld von 100 000 Euro dotierten RAW-Air-Tour in Norwegen die Highlights in diesem Winter.

Freunds Dauerduell mit Prevc wird in der Frühphase der Saison, in der bis zum Finale am 26. März 2017 insgesamt 33 Weltcups auf dem Programm stehen, zunächst aber wohl keine Fortsetzung finden. «Ich hoffe, dass es ein paar mehr Leute gibt, die vorne mitspringen, und es wieder interessanter für die Zuschauer wird», sagte Freund.

Sein Rivale aus Slowenien, der in der Vorsaison neben der Vierschanzentournee auch 15 Weltcup-Wettbewerbe gewann und sich zum Skiflug-Weltmeister und Gesamt-Weltcupsieger krönte, wird nach Ansicht von Schuster wieder das Maß aller Dinge sein. «An ihm wird nicht viel vorbeiführen. Er ist der Mann, den es zu schlagen gilt.»

Zwar fehle den DSV-Adlern derzeit zur absoluten Spitze «noch ein kleines Bisschen», erklärte Freund, «aber ich denke, es gibt bei uns mehr Leute als im Vorjahr, die vorne reinspringen können». Dazu zählt auch Mixed-Weltmeister Freitag, der nach einer Materialumstellung und einem schwachen Sommer langsam in Fahrt kommt. «Er hat in den letzten Wochen zugelegt», berichtete Schuster.

Noch mehr setzt der Bundestrainer aber auf Wellinger. Der Team-Olympiasieger könnte nach zwei durchwachsenen Jahren endlich den erhofften Durchbruch in die Weltspitze schaffen. «Er hat im Sommer Verantwortung übernommen, als Severin nicht da war, der sonst der Mannschaft Souveränität verleiht und sie zusammenhält», lobte Schuster. «Andi hat sich stabilisiert und könnte im Winter zumindest phasenweise richtig gute Leistungen zeigen.»

An Kuusamo hat Wellinger allerdings keine guten Erinnerungen. Vor zwei Jahren stürzte er dort schwer und verpasste dadurch die WM 2015. Bei seiner Rückkehr auf die windanfällige Schanze im Vorjahr mussten die Wettbewerbe wegen des stürmischen Wetters abgesagt werden. Nun stellt sich der 21-Jährige erneut den bösen Sturz-Geistern.

«Die Zeit heilt alle Wunden. Wenn er das dort gut bewältigt, kommen viele Schanzen, auf denen er richtig stark sein kann. Ich gehe davon aus, dass er wieder einen Schritt nach vorn machen kann», sagte Schuster und bekräftigte Wellingers neue Rolle: «Er könnte zu Saisonbeginn die Kohlen aus dem Feuer holen.»

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erstellt am 23.Nov.2016 | 13:49 Uhr

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