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Wintersport

09. Dezember 2016 | 22:18 Uhr

Auftakt in Kuusamo : Quo vadis, Langlauf? Loipen-Asse vor ungewisser Saison

vom

Ausbleibende Erfolge in der zurückliegenden Saison setzen die deutschen Skilangläufer und die Verantwortlichen 15 Monate vor Olympia unter Druck. International ist die Szene durch Dopingfälle in Misskredit geraten. Die WM-Saison muss einige Fragen beantworten.

Quo vadis, Langlauf? Die deutschen Skisportler stehen in der am Samstag im finnischen Kuusamo beginnenden Weltcup-Saison unter Druck.

Nach zwei eher durchwachsenen Wettkampfjahren muss unbedingt der Anschluss zur Weltspitze hergestellt werden, will man nicht im Februar 2018 bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gänzlich leer ausgehen.

«Zwei WM-Medaillen müssen das Ziel bei den Langläufern sein», fordert die Sportdirektorin des Deutschen Skiverbandes (DSV), Karin  Orgeldinger. Allerdings weiß sie, dass dies kein Selbstläufer wird. Im Damen-Bereich entstand mit dem Wechsel von Denise Herrmann zum Biathlon eine Lücke. Bei den Herren wird mit Spannung erwartet, ob Tim Tscharnke nach einer einjährigen krankheitsbedingten Auszeit ins Team zurückfindet und ob Andreas Katz, der Aufsteiger der vergangenen Saison, seine Schulterverletzung aus der Saisonvorbereitung rechtzeitig auskurieren kann.

«Ich denke, bei den Damen sind wir richtig gut aufgestellt», sagt Andreas Schlütter, Sportlicher Leiter der Langläufer. Die Routiniers Nicole Fessel und Steffi Böhler stellten sich in guter Form vor. Sandra Ringwald, im Vorjahr beste Deutsche im Weltcup, hat weitere Fortschritte gemacht, wurde aber zuletzt von einer Erkältung behindert. Und dann kommt in Victoria Carl das wohl größte Talent des deutschen Langlaufs in den Weltcup-Kader. «Wir rechnen uns besonders auf den Kurzstrecken mit Hanna Kolb, aber auch in den Teamwettbewerben etwas aus. Die Mädels merken, dass sie gar nicht so weit weg von den anderen Nationen sind», betont Schlütter.

Bei den Herren ist die Situation weniger gut. «Sebastian Eisenlauer ist derzeit klar unser bester Mann. Jonas Dobler war leider auch zuletzt angeschlagen. Und dann wird es schon langsam dünn», berichtet der Sportliche Leiter. Für Tscharnke, Anfang 2015 bislang letzter deutscher Sieger eines Weltcup-Rennens, kommt der Saisonauftakt in Finnland noch zu früh. «Er muss noch eine Qualifikation laufen. Vielleicht schafft er es bis zur Tour de Ski endgültig in den Kader», sagt Schlütter. Bei Katz mache die Heilung zwar gute Fortschritte, aber: «Die Schulter ist sehr sensibel und braucht ihre Zeit.»

So unsicher, wie man im deutschen Lager auf die Saison schaut, so unsicher stellt sich die Situation aus anderen Gründen auch in konkurrierenden Teams dar. Die aufgedeckten Dopingfälle um die norwegischen Gesamtweltcup-Sieger Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby haben die Branche zum zweiten Mal nach 2001 erschüttert. Damals waren die finnischen Langläufer reihenweise aufgeflogen.

Die Dopingfälle haben ihre Spuren hinterlassen. «Ich erwarte, dass es wieder ein reinigendes Gewitter ist», betont Schlütter. Vor allem sind jetzt die Funktionäre im Weltverband FIS gefordert. Klare Richtlinien müssen her, was sein darf und was nicht. Zwingend erforderlich ist ein transparentes Strafverfahren für jeden Sünder. Das zumindest fordert auch FIS-Präsident Gian Franco Kasper. «Wir müssen jegliche Art von Skandalen vermeiden», sagte er Mitte Oktober.

Interessant dürfte sein, wie sich das norwegische Langlauf-Team präsentiert. Von Sundby, dessen zweimonatige Sperre längst abgelaufen ist, hörte man, dass er sehr verunsichert sei. Ob sich das auf die Mannschaft auswirkt, muss sich zeigen. Bei den Damen will die junge Mutter Marit Björgen das Fehlen der vorläufig für zwei Monate suspendierten Therese Johaug schnell vergessen machen können. «Zumindest im Skating ist sie schon wieder die Alte», sagt Schlütter über Björgen.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 15:43 Uhr

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