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US Sport

05. Dezember 2016 | 03:27 Uhr

Aufklärung statt «Todesurteil» : Magic Johnsons Leben mit dem HI-Virus

vom

Vor einem Vierteljahrhundert schockt die Nachricht über die HIV-Infektion von Earvin «Magic» Johnson die Sportwelt. Seit dem Karriereende widmet sich der frühere Basketball-Superstar der Aufklärung - und begeistert auch US-Präsident Barack Obama.

Beim Gedanken an die schwersten Momente seines Lebens erlischt selbst das weltberühmte Lächeln von Earvin Magic Johnson. Vor einem Vierteljahrhundert erzählt der Basketball-Superstar Ehefrau Cookie von seiner erschütternden HIV-Diagnose.

Er erinnert sich auch heute noch mit Schrecken daran. «Ich denke, dass ich jetzt wahrscheinlich tot wäre, falls sie mich verlassen hätte - keine Frage», sagt der inzwischen 57-Jährige jüngst dem «People»-Magazin. «Sie dachte, es wäre mein Todesurteil, weil wir es nicht besser wussten.»

Mit den Los Angeles Lakers gewinnt Johnson fünf NBA-Titel, revolutioniert als 2,06 Meter großer Point Guard das Aufbauspiel, verzaubert im legendären Dream Team 1992 in Barcelona Basketball-Fans auf der ganzen Welt. Die wohl größte Lebensleistung schafft er allerdings nach seinem Karriereende, indem er seine ganze Kraft der AIDS-Aufklärung widmet und das Tabuthema in die breite Öffentlichkeit bringt.

«Er hat die Wahrnehmung von HIV in den USA vollständig verändert», sagt Phill Wilson, Chef des Black AIDS Institute, zuletzt dem Internetportal «Mic». Mit Hilfe seiner Persönlichkeit räumt Johnson auch mit dem damals größten Vorurteil auf. «Die vorherrschende Warnung war, dass HIV eine Krankheit von weißen Homosexuellen war», erinnert Wilson. «Selbst als (Tennis-Ikone) Arthur Ashe neben anderen prominenten schwarzen Amerikanern starb, war die Aufmerksamkeit in schwarzen Gemeinden nicht konstant bis zu Magics Offenbarung.»

Am 7. November 1991 wendet sich Johnson an die amerikanische Öffentlichkeit und gibt seine HIV-Infektion und zunächst auch sein Karriereende bekannt. Er kehrt zurück, gewinnt mit seinen US-Kollegen Olympia-Gold, belässt es aber aus Rücksicht auf die Sorgen seiner Kontrahenten schweren Herzens bei zwei Kurz-Comebacks. «Die Spieler waren so verängstigt, dass sie sich mit HIV infizieren, wenn sie nur gegen mich spielen», berichtet Johnson vor einigen Jahren.

Ein Rückzug ins Private und der alleinige Kampf mit der Krankheit kommt für den heutigen Geschäftsmann aber schon damals nicht infrage. «Ich habe nie gedacht, dass ich sterben werde, dafür bin ich nicht der Typ. Ich bin mein ganzes Leben ein Wettkämpfer gewesen», beschreibt Johnson seinen Umgang mit der Immunschwäche. Eine Kombination zahlreicher Medikamente verhindert den Ausbruch der Krankheit.

Zunächst sucht er als Motivationssprecher und TV-Kommentator das Rampenlicht, heute besitzt er ein geschätztes Vermögen von 500 Millionen US-Dollar und ist auf zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv. Johnson ist unter anderem Mitbesitzer des Baseball-Clubs Los Angeles Dodgers und steht auf der illustren Gästeliste beim Geburtstag von Barack Obama.

«Ein Teil, der Magic so speziell macht, war nicht nur, wie er auf dem Feld spielte, sondern auch sein ansteckender Enthusiasmus für das Leben und was er mit seinen Geschäften für die schwarze Community erreicht hat», schwärmt der US-Präsident von Johnson. «Es ist seit einer langen Zeit ein herausragender Führer in unserem Land.»

Videos der LA Times

Aussagen beim People-Magazin

Bericht bei mic.com

Black Aids Institute

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erstellt am 04.Nov.2016 | 10:13 Uhr

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