zur Navigation springen

Weitere Sportarten

10. Dezember 2016 | 06:06 Uhr

Kurzbahn-DM : Neue Präsidentin und Konzepte: Was ändern die Schwimmer?

vom

Wieder einmal stehen Deutschlands Schwimmer vor einem Neuanfang. Diesmal sollen ein neues Präsidium und strengere Vorgaben des Cheftrainers eine Wende bringen. Die nationalen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin sind da nur Durchgangsstation.

Zu retten ist das Olympia-Jahr 2016 für die deutschen Schwimmer nicht mehr.

Der Abschluss mit den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften von Donnerstag bis Sonntag in Berlin mit WM-Qualifikation und die Weltmeisterschaften im Dezember kann wenige Monate nach dem nächsten Olympia-Debakel bestenfalls noch für ein paar positive Akzente sorgen. «Es ist sicherlich insgesamt ein sehr durchwachsenes Jahr gewesen, was wir uns erfolgreicher gewünscht hätten», sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz der Deutschen Presse-Agentur. Er meint damit vor allem die medaillenlosen Olympischen Spiele von Rio.

Welche Schwimmer sind die Hoffnungsträger?

Dafür reichen zwei Namen: Weltmeister Marco Koch kann über 200 Meter Brust seinen zehnten nationalen Titel in Serie auf der 25-Meter-Bahn feiern. Der Darmstädter erreichte im Herbst Weltcupsiege in Serie und hat deutlich an Kilos verloren. Koch will das aber nicht als Reaktion auf die für ihn unverständliche Gewichtsdebatte nach Olympia verstanden wissen. Er habe das schon vor Rio angedacht. Der Olympia-Sechste Philip Heintz ist etwa über 200 Meter Lagen einer der wenigen weiteren Deutschen in der Weltklasse.

Wer fehlt bei der Kurzbahn-DM?

Eine ganze Menge. Von 27 Rio-Fahrern ist etwa die Hälfte nicht dabei. Paul Biedermann hat seine Karriere beendet, Alexandra Wenk muss verletzt passen, Steffen Deibler sinniert über Ende oder Fortsetzung seiner langen Schwimm-Laufbahn. Hoffnungsträger wie Jacob Heidtmann, Florian Vogel oder Damian Wierling pausierten nach Olympia länger, konzentrierten sich teils etwas mehr auf ihre Ausbildung. Schmetterling-Europameisterin Franziska Hentke tritt über Nebenstrecken an.

Wie groß wird das deutsche WM-Team?

«Sehr klein», prognostiziert Lambertz. Viele Topleute fehlen, zudem können die harten Normen in Vor- und Endläufen nur auf olympischen Strecken erbracht werden. Auch wenn der Verband einige Nachwuchskräfte ohne Norm nominieren kann: Im kanadischen Windsor wird die Zahl deutscher Schwimmer vom 6. bis 11. Dezember wohl einstellig sein.

Was sind die Hauptsorgen der Trainer?

Kein Coach hat derzeit einen Vertrag über 2016 hinaus. So meldete sich Biedermann-Trainer Frank Embacher bereits auf dem Arbeitsamt. Das neue DSV-Präsidium unter der kürzlich gewählten Präsidentin Gabi Dörries will die Verträge schnell verlängern. Lambertz selbst will und soll bis Ende 2020 als Cheftrainer weiterarbeiten. «Ich bin da weiterhin guten Mutes und entspannt», sagt der Familienvater über seine Vertragssituation.

Wann setztLambertzseine Reformen um?

Härtere Normen, die Konzentration auf wenige(r) Stützpunkte und ein vorgegebenes Krafttraining sind Eckpunkte von Lambertz' Konzept. «Die meisten sagen: Na endlich, das ist das, was wir uns erwartet hatten», berichtet Lambertz von den Reaktionen auf seinen strengeren Kurs. Wenn die Zahl der Schwimm-Stützpunkte feststeht, soll dort im Frühjahr nach seinen Vorgaben gearbeitet werden. Zuspruch erhielt Lambertz auch von einem seiner Vorgänger. «Dieses Konzept entspricht zu einem erheblichen Teil meiner eigenen Vorgehensweise und vieler meiner internationalen Kollegen, die wir an Kraft und Schnelligkeit glauben», schrieb Dirk Lange in einem Sozialen Netzwerk.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Nov.2016 | 13:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen