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02. Dezember 2016 | 21:08 Uhr

Schieß-Olympiasiegerin : Engleder: Servus mit Platz zwei beim Weltcupfinale

vom

Nach 14 Jahren Hochleistungssport hat Barbara Engleder endlich Zeit für ihre Familie um Sohn Tobias. Das Weltcup-Finale in Bologna war für die Rio-Olympiasiegerin der letzte internationale Wettkampf. In ihrer Spezialdisziplin mit dem Sportgewehr wurde sie Zweite.

Beim Siegerfoto strahlte sie noch, dann hatte Barbara Engleder nach ihrem letzten internationalen Wettkampf doch Tränen in den Augen. Mit Rang zwei beim Weltcup-Finale der Schützen hat die Olympiasiegerin im Dreistellungskampf ihre einzigartige Karriere mehr als würdevoll beendet.

In ihrer Spezialdisziplin mit dem Sportgewehr fehlten der 34-Jährigen am Sonntag in Bologna nur 0,2 Punkte auf die siegreiche Olympia-Zweite Binbin Zhang aus China (460,2). «Das war ein kleines Abschiedszuckerl für mich», sagte Engleder, die zum Abschied jede ihrer Konkurrentinnen umarmte. Rang drei ging an die Chinesin Li Du (448,9 Punkte). Selina Gschwandtner (Reischach) wurde mit 400,7 Punkten Achte.

Dabei hatte Engleder seit ihrem Rio-Goldcoup vor acht Wochen so gut wie nicht mehr trainiert. «Ich habe das Training schon 200 Prozent runtergefahren», sagte sie lachend.

Jetzt will sie sich voll auf ihre Familie konzentrieren, das Privatleben war in all den Jahren etwas zu kurz gekommen. «Das alles konnte ich nur leisten, weil sich mein Mann Jürgen und meine Mama Christel so gut um meinen kleinen Sohn Tobias gekümmert haben», meinte die auch in der Kommunalpolitik engagierte Engleder. Ab Januar geht sie auf die bayrische Verwaltungsschule und macht eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten.

Bereits bei den Olympischen Spielen setzte sie mit dem Sieg in ihrer Spezialdisziplin einen goldenen Schlusspunkt. Dabei verlief die Olympia-Vorbereitung alles andere als reibungslos. Im Juni musste sie beim Hochwasser in ihrer Heimatstadt Triftern nicht nur um ihr Hab und Gut bangen. «Mich hat's auch erwischt. Ich hatte nur zehn Minuten Zeit, dann wurde evakuiert», erzählte die Sportsoldatin.

Im vierten Anlauf holte die Weltmeisterin von 2010 endlich ihre erste Olympia-Medaille. «Mit so einem Kracher zu gehen, ist der Wahnsinn.» Es war der erste Olympiasieg für die deutschen Schützen seit Ralf Schumanns Erfolg 2004 in Athen und die erste Medaille in einer Gewehrdisziplin seit dem Silber von Petra Horneber vor 20 Jahren.

Das Münchner Gewehrteam um Trainer Mario Gonsierowski muss sich nun auch eine neue «Mama» suchen. «Sie war immer für alle da, stand immer mit Rat und Tat zur Seite - wir werden sie vermissen», sagte Teamkollege Daniel Brodmeier. «Mir hat das Schießen noch nie so viel Spaß gemacht wie in dieser Gruppe», betonte Engleder, die höchstens noch in der Bundesliga aktiv sein wird.

Und dann ist da noch die Legehenne. Die Sportschützin hatte unmittelbar nach ihrem Olympiasieg eine Offerte aus der Heimat bekommen. «Ein Geflügelzüchter hat sich gemeldet und mir eine Legehenne meiner Wahl angeboten», berichtete sie. Doch wohin? «Ich weiß gar nicht, wo ich sie hinstellen soll.»

Weltschießverband ISSF

Deutscher Schützenbund

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erstellt am 09.Okt.2016 | 15:58 Uhr

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