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04. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

WM-Duell Boxen : Der Kampf des Jahres

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

WM-Duell in Neubrandenburg führt mit Jürgen Brähmer und Nathan Cleverly zwei Weltklasseboxer zusammen

Das Ende seiner Box-Karriere ist mit fast 38 Jahren in Sicht. Aber Jürgen Brähmer verschwendet vor seiner sechsten – und wohl schwierigsten – Titelverteidigung im Halbschwergewicht nach WBA-Version heute im Jahnsportforum in Neubrandenburg (22.40 Uhr/ Sat.1) keine Gedanken darauf. Auch oder gerade weil sein wortgewaltiger Herausforderer Nathan Cleverly tönt: „Ich schicke ihn in Rente, ich bin zu jung, zu frisch für ihn.“

Der 29 Jahre alte Waliser, der schon vor fünf Jahren gegen Brähmer boxen sollte, gibt sich selbstsicher. Er vertraut gegen den Schweriner Routinier mit K.-o.-Qualitäten auf seinen fast nie erlahmenden Vorwärtsdrang von der ersten bis zur letzten Runde. Er weiß, wie es geht. Cleverly war von 2011 bis 2013 WBO-Weltmeister.

Vor fünf Jahren verlor Brähmer seinen Gürtel an den Waliser, weil er wegen einer Augenlidverletzung passen musste und die WBO ihn am grünen Tisch als Weltmeister entthronte. Im Juni 2015 das gleiche Szenario, nur umgekehrt. Cleverly sagte einen mündlich zugesagten Kampf gegen Brähmer wegen einer lukrativeren Verpflichtung in den USA ab.

Brähmers Promoter Kalle Sauerland ist überzeugt vom Sieg seines Top-Angestellten vier Tage vor dessen 38. Geburtstag („Er wird immer besser“), hat sich aber auch Gedanken über Eventualitäten gemacht: „Läuft alles schief, verstärkt er sein Trainer-Engagement bei uns.“

Brähmer, der in 50 Profikämpfen nur zwei Niederlagen zuließ, 35 Mal durch K.o siegte und heute am Ring erstmals von Conny Mittermeier betreut wird, ist die Ruhe selbst. „Ich habe ein enormes Trainingspensum hinter mir und fühle mich topfit. Ich bin auf zwölf Runden eingestellt“, erklärte der Titelverteidiger vor dem Kampf, den sein Manager Sauerland mit dem Superlativ bedachte: „In Neubrandenburg steht das Beste im Ring, was das Halbschwergewicht zu bieten hat.“ Der Vorverkauf deutet auf eine mit 4600 Zuschauern ausverkaufte Halle hin.

Wichtig ist der Kampf auch für die Verhandlungen zwischen Sauerland und dem TV-Sender Sat.1. Neben Jack Culcay ist der Rechtsausleger aus MeckPomm der einzig verbliebene Weltmeister, nachdem Arthur Abraham seinen Titel verlor. Man darf gespannt sein, wie Sat.1 die ersten zwei Jahre der Zusammenarbeit bewertet und ob der Sender einer Verlängerung des Kontraktes zustimmt. „Wir sind in Gesprächen“, sagt Sat.1-Sportchef Alexander Rösner schlicht. Die Einschaltquoten waren bislang wechselhaft. Brähmer gehörte in der werberelevanten Altersgruppe nicht zu den großen Zuschauer-Magneten, doch vielleicht ändert sich das ja heute.

Noch ein Hinweis an die Besucher des Kampfes: Aufgrund der generell verschärften Sicherheitsbestimmungen dürfen nur kleine Handtaschen mit in die Halle genommen werden, mit Rucksäcken und ähnlichen Behältnissen gibt es keinen Einlass.

Andreas Zillmer/Nikolaj Stobbe

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