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Boxen

10. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Boxen : Video: Brähmer als „Richter Gnadenlos“ droht Zeuge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Profiboxer macht auf originelle Weise Werbung für den heutigen Kampf seines Schützlings um die Box-WM.

Der junge Mann auf der Anklagebank ist 24 Jahre jung, wirkt schüchtern, sein Blick ist gesenkt. Ein ernst blickender Richter (in Robe und mit passender Perücke) fragt ihn nacheinander: „Sind Sie der Tatzeuge, sind sie Kronzeuge, sind sie Unfallzeuge – oder Trauzeuge?“ Der antwortet: „Nein, nein, nein... – Ich bin Tyron Zeuge und ich schwöre, am 5. November werde ich Weltmeister!“

Der Richter ist übrigens sein Trainer, Jürgen Brähmer! Ausgerechnet der Schweriner Profiboxer wieder vor dem Kadi. Außergewöhnlich, denn früher stand Brähmer mal vor Gericht, allerdings auf der anderen Seite… Doch das ist lange her.

Mittlerweile ist Brähmer auch schon mal als Gutachter und Schöffe gefragt. Der zweifache Familienvater, der sich im Februar 2017 seinen WM-Gürtel gegen den Waliser Nathan Cleverly zurückholen will, ist seit Monaten zudem noch Coach. Er trainiert Tyron Zeuge. Ein Megatalent – und wichtiger Leistungsträger für den Sauerland-Boxstall. Heute (22:20 Uhr live in SAT.1, in Potsdam) kämpft Zeuge im Rematch gegen den Italiener Giovanni De Carolis um die Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht. Das erste Duell der beiden Kontrahenten endete im Juli mit Unentschieden. De Carolis behielt dadurch den Titel.

Brähmer: „Der Dreh für unseren Fernsehsender war ein Riesen-Spaß und eine willkommene Abwechslung vom Training. Das Wortspiel mit ‚Zeuge‘ hat sich ein Kumpel ausgedacht.“ Bis zur Entstehung des Videos (läuft heute vor dem Kampf) war es allerdings ein langer Weg. Denn: Die Gerichte in Mecklenburg-Vorpommern lehnten allesamt ab – keine Drehgenehmigung. Brähmer lacht: „Ich habe gehört, die wollten mich nicht unbedingt wiedersehen!“

Das Hamburger Amtsgericht fand die Idee allerdings verdammt lustig. Das Zivilgericht am Sievekingplatz stellte die nötigen Genehmigungen aus – und zwei Gerichtssäle zur Verfügung. Und was sagt der „Zeuge“? Der WM-Herausforderer: „Jürgen als ‚Richter Gnadenlos‘ – das passt schon, zumindest aufs Training bezogen. Ich muss allerdings schnell die Bilder von meinen Trainern Jürgen und Conny Mittermeier sowie von Fitness-Coach Sebastian Förster, die mit den Perücken einfach zum Schießen aussahen, aus meinem Kopf löschen, sonst kann ich mich nicht mehr auf den Kampf konzentrieren.“

Und das sollte Zeuge lieber. Mit De Carolis wartet ein harter Brocken. Nach einem Sieg winken dem 24-Jährigen große Kämpfe und stattliche Börsen als Champion.

Jürgen Brähmer: „Spaß beiseite. Wir sind bestens vorbereitet. Tyron weiß, worum es geht.“ Und ergänzt: „Falls er nicht siegt, verdonnere ich ihn zu lebenslangen Straftraining. Als Richter kann ich das…!“

Hintergrund: TV-Vertrag verlängert, Standort Schwerin wird ausgebaut

Der TV-Sender SAT.1 setzt weiterhin auf Profiboxen. Der zum Jahresende auslaufende Vertrag des Privatsenders mit dem Boxstall Sauerland wurde verlängert. Das bestätigte Sauerland am Freitag. Über die Laufzeit des neuen Kontraktes vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Es soll sich um ein langfristiges Engagement handeln. Der Deal beinhaltet sowohl Free-TV-Rechte als auch die Exklusiv-Rechte für weitere Plattformen wie www.ranfighting.de und www.ran.de. „Wir sind sehr glücklich, die großartige Zusammenarbeit mit unserem bisherigen Partner fortzuführen“, sagte Geschäftsführer Kalle Sauerland. Zugpferde sind die Ex-Weltmeister Arthur Abraham (Berlin) und Jürgen Brähmer (Schwerin) sowie die Nachwuchshoffnungen Tyron Zeuge (Berlin) und Vincent Feigenbutz (Karlsruhe). Vor zwei Jahren hatte die Zusammenarbeit begonnen, zuvor waren die Kämpfe von Sauerland 13 Jahre bei der ARD zu sehen.

Für Sauerland bietet der neue Deal Planungssicherheit. Die Berliner wollen weiter expandieren, auch der Standort Schwerin soll ausgebaut werden. Verstärkt wird auf junge Kämpfer gesetzt.

Kulttrainer Ulli Wegner soll – trotz seiner 74 Jahre – auch in der neuen Ära das Kommando geben.

 

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erstellt am 05.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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