zur Navigation springen

Weitere Sportarten

05. Dezember 2016 | 03:21 Uhr

WM 2022 : Abkommen über Arbeitsinspektionen auf WM-Baustellen in Katar

vom

Für die Arbeiter auf den berüchtigten Baustellen für die Fußball-WM 2022 in Katar gibt es etwas Hoffnung. Dank eines neuen Abkommens sollen internationale Gewerkschafter künftig die Arbeitsbedingungen kontrollieren.

Tausende Beschäftigte auf den Baustellen für die Fußball-WM 2022 in Katar können auf besseren Arbeitsschutz hoffen.

Der Internationale Baugewerkschaftsverband BHI und das katarische WM-Planungsgremium legten mit einem Abkommen die Grundlagen für gemeinsame Inspektionen, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt in Frankfurt berichtete.

«Bisher ist es nur undercover gelungen, sich hier Baustellen anzuschauen, die mit der WM zu tun haben. Jetzt können wir das offiziell machen», sagte BHI-Vizepräsident Dietmar Schäfers der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist ein kleiner erster Schritt, um insgesamt die Situation hier in Katar Schritt für Schritt zu verbessern.» Zur Vorbeugung von Todesfällen oder Verletzungen der Arbeiter kann die Gewerkschaft nun regelmäßige Inspektionen durchführen.

Die Vereinbarung gilt für Firmen aus Ländern, in denen der BHI vertreten ist. Gewerkschaften und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatten die Bedingungen für ausländische Arbeiter auf den Baustellen im WM-Gastgeberland Katar in der Vergangenheit scharf kritisiert. Mindestens vier Menschen sind bereits an Orten für die WM gestorben. Zuletzt war im Oktober ein Arbeiter auf einer WM-Baustelle ums Leben gekommen.

Damit sich in künftigen WM-Gastgeberländern ähnliche Szenarien nicht wiederholen, ist der BHI derzeit mit dem Fußball-Weltverband FIFA im Gespräch. «Wir versuchen es hinzubekommen, dass sie ihre Vergaberegeln ändern, dass die WM-Bewerber also schon im Bewerbungsverfahren darlegen müssen, wie sie die Arbeitsrechte der auf den Baustellen Beschäftigten absichern wollen», sagte Schäfers. Auch mit dem neuen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel wolle er Kontakt aufnehmen.

Zunächst solle es aber in Doha konkrete Gespräche darüber geben, wie das neu geschlossene Abkommen nun in die Tat umgesetzt wird. «Das muss jetzt auch mit Leben gefüllt werden», sagte Schäfers.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Nov.2016 | 16:27 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen