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29. September 2016 | 15:34 Uhr

Mecklenburger bei Paralympics : „…29 Kilometer zu viel“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Paralympics: Kurzzeit-Spezialisten Nimke/Kruse im Tandem-Straßeneinzelzeitfahren über 30 km auf Rang 20

Stefan Nimke (Schwerin) und Kai Kruse (Hamburg/Schwerin) haben bei ihrem letzten Paralympics-Start in Rio am Mittwochabend alles gegeben. Im Straßen-Einzelzeitfahren über 30 Kilometer war für das deutsche Tandem aber erwartungsgemäß nichts zu holen. In 42:48,42 min wurde es beim Sieg der Briten Adam Duggleby/Steve Bate (34:35,33 min) der 20. Rang unter den 24 Startern. Rund acht Minuten auf die Spezialisten zu verlieren, ist für die Bahn-Kurzzeitspezialisten, die in Rio Bronze über 1000 Meter gewonnen hatten, wahrlich keine Schande.

Dennoch brach Stefan Nimke gestern beim WhatsApp-Kontakt nicht gerade in Jubel aus. „Naja“, schrieb er, „wir haben alles gegeben – im Rahmen unserer individuellen Möglichkeiten. Ich für meinen Teil bin nie mit den Zeiten zufrieden. Aber es ist nun einmal nicht unsere Distanz. Oder wie Kai gern sagt: ,Für mich sind es 29 Kilometer zu viel.‘“

Kein Wunder, denn der stark sehbehinderte Hintermann stieg erst nach seinem Ruder-Silber der Paralympics 2012 aufs Tandem um und konzentriert sich dort ausschließlich auf die Schnellkraft. Nimke hingegen ist es von Kindesbeinen an gewohnt, im Training auch längere Distanzen auf der Straße abzuspulen.

Einen Schnitt von 45 km/h hatte sich Pilot Nimke in Rio insgeheim erhofft. Auf der flachen, aber windanfälligen und im Startbereich mit engen Kurven und Hoppelpflaster „gesegneten“ Strecke entlang der Küste war das deutsche Tandem „nur“ auf rund 42 km/h gekommen. Zum Vergleich: Duggleby/Bate fuhren im Schnitt 52 km/h schnell.

Die letzten 20 Kilometer sei Nimke mit 185 bis 193 Schlägen „in einem Pulsbereich gefahren, von dem ich dachte, dort gar nicht mehr hinzukommen“, schrieb der mittlerweile 38-Jahre alte Olympiasieger im Teamsprint von Athen 2004 und berichtete von folgendem Dialog etwa nach der Hälfte der Distanz:

Stefan: „Kai, Puls!!!???“

Kai: „170!!!“

Stefan: „Dann drück mal drauf, ich hab hier die ganze Zeit schon 190!!!“

Kai: „Geht nicht, Beine sind schon zu!!!“

Seit gestern übrigens können die beiden, die in der ebenfalls ungewohnten 4000-Meter-Einzelverfolgung am 8. September ihre Mission Rio begonnen hatten, relaxen und die restlichen Tage der Paralympics von Rio als Zuschauer genießen.

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erstellt am 15.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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