zur Navigation springen

Sport in Rostock

09. Dezember 2016 | 08:48 Uhr

Fußball : Torpremiere ohne Mama und Papa

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansas Youngster Max Christiansen erzielt gegen den FC Rot-Weiß Erfurt seinen ersten Profi-Treffer und empfiehlt sich für höhere Aufgaben

Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Fußball: Da erzielt Hansas Max Christiansen am Sonnabend bei Rot-Weiß Erfurt das erste Tor seiner noch kurzen Profi-Laufbahn, und seine Eltern sind nicht live dabei. „Seit ich Fußballer bin, haben sie noch keines meiner Spiele verpasst. Nur heute hatten sie gerade keine Zeit. Sie können sich den Treffer ja nachher im Fernsehen anschauen“, nahm der 17-Jährige die fehlende Unterstützung seiner größten Fans locker.

Genauso locker trat das Mittelfeld-Talent bei seinem erst sechsten Einsatz im Rostocker Drittliga-Team auf. Von Beginn an forderte der
A-Junior im defensiven Zentrum die Bälle, leitete mit klugen Pässen vielversprechende Angriffe ein und vollstreckte bereits nach zwei Minuten wie ein alter Hase. „Nach langem Pass habe ich nachgesetzt und gedacht, dass der Ball vielleicht noch zu mir kommt. Dann wurde die Flanke vor meine Füße abgewehrt. Ich hatte viel Freiraum und schoss direkt drauf. Das war ein tolles Gefühl, hier mein erstes Tor zu erzielen“, beschrieb Christiansen die Szene zum 1:0.

Dennoch sollte der Treffer des Youngsters den Rostockern nicht zum Auswärtssieg reichen. „Die erste Halbzeit war richtig gut, vor allem die ersten zehn Minuten. Wenn wir da das zweite oder dritte Tor nachlegen, sieht es viel besser aus. So haben wir in der zweiten Halbzeit etwas nachgelassen. Aber das 1:1 ist schon gerecht“, schätzte der gebürtige Flensburger ein.

Auch Hansa-Trainer Dirk Lottner, der seit seinem Amtsantritt vor drei Wochen konsequent auf die Jugend setzt, lobte Max’ Talent ausgiebig. „Es ist schön, dass mit ihm ein 17-Jähriger befreit aufspielt und das erste Highlight für sich gesetzt hat. Das trägt dazu bei, dass er wächst. Er ist ein guter Fußballer. Er muss noch das Tempo in dieser Liga annehmen, die Aktionen schneller ausführen.“

Klar ist, dass Christiansen bei Hansa alle Optionen hat, sofern sich das Ausnahme-Talent nicht bereits in die Notizbücher anderer, höherklassiger Vereine gespielt hat. Dennoch will sich der Schüler, der in diesem Sommer seinen Realschul-Abschluss macht, noch nicht mit seiner sportlichen Zukunft beschäftigen: „Ich bin froh, dass mir der Trainer viele Einsatzzeiten gibt. Mein Berater hat alles unter Kontrolle. Deswegen konzentriere ich mich nur auf Fußball, schaue nicht, was neben dem Platz läuft.“ Höchstens, ob seine Eltern da sind und ihn anfeuern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen