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Sport in Rostock

09. Dezember 2016 | 08:50 Uhr

Leistungssport-Reform : Rostocker Ruderin Marie-Louise Dräger klagt an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Top-Athletin macht sich Sorgen wegen der neuen Leistungssport-Reform. Wird Spitzentrainer Rahn nicht mehr gebraucht? Hoffnung auf Gespräche

Wo darf oder soll ich demnächst trainieren, und wer wird mein Trainer? Fragen, die sich die 34-jährige Ausnahme-Ruderin Marie-Louise Dräger vom ORC Rostock in den zurückliegenden Tagen häufiger stellt.

Die vieldiskutierte Reform des deutschen Spitzensports sorgt nicht nur in Kessin für Unruhe. Während eine Perspektive als geförderter Stützpunkt des Deutschen Ruderverbandes bis 2020 gesichert scheint, werden Dräger und ihr langjähriger Trainer Meinhard Rahn künftig wohl getrennte Weg gehen müssen. „Ich habe hier in Rostock meinen Lebensmittelpunkt gefunden und bin glücklich. Sportlich lief es in den vergangenen 25 Jahren meistens rund, und ich würde gern noch das eine oder andere Jahr mein Bestes geben. Aber die Infos sind sehr widersprüchlich“, sagt die viermalige Weltmeisterin.

Die Sportler sollen die zentrale Größe der Reform des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB sein. Aber in der Diskussion und Umsetzung sind die Top-Athleten kaum eingebunden und gefragt. „Da entscheiden Leute über den Leistungssport und Konsequenzen für Sportler und Trainer, die selbst keine solchen Erfahrungen haben“, ergänzt die Polizeimeisterin.

„Der DOSB hat eine Athletenkommission mit Sprecher“, so Dräger. „Auch in Mecklenburg-Vorpommern wäre so etwas wünschenswert, aber der Landessportbund und die Fachverbände hier vor Ort legen auf die Erfahrungen ehemaliger und aktueller Top-Athleten wie Astrid Kumbernuss oder Stefan Nimke wenig oder keinen Wert. Was sicher nicht nur schade für die Reform und die tägliche Arbeit im Sport ist“, kritisiert die dreifache Olympia-Teilnehmerin.

Marie-Louise wurde bisher nicht konsultiert, obwohl der Wechsel von Meinhard Rahn nach Hamburg die „kleine Leichte“ sehr hart treffen und vieles verändern würde. Nicht nur für sie, sondern auch allgemein für den Rudersport hierzulande.

Da auch Landestrainer Hans-Joachim Lück als zweite Säule des Erfolges zum Jahreswechsel das Boot Richtung Rente verlässt, gibt es akuten Kommunikations- und Handlungsbedarf. „Mit mir oder meinem Trainer hat jedoch bis heute keiner gesprochen“, schickt Marie-Louise Dräger eine Botschaft an den Präsidenten des Landesruderverbandes MV Christian Loßmann und sein Vorstandsteam. Für sie sei es nicht nachvollziehbar, dass die helfende Hand eines erstklassigen Fachmanns ausgeschlagen werde, dass jemand, der über 30 Jahre Sportler in die Weltspitze führte, jetzt nicht einmal als Landes- oder Olympiastützpunkt-Trainer sein Engagement fortsetzen dürfe.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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