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Lokaler Sport Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

Judo : Projekt „Judo-Bundesliga in MV“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Kampfgemeinschaft der Judoka Mecklenburg-Vorpommerns will nach der jetzt beschlossenen Bundesliga-Reform 2018 in Liga zwei kämpfen

2017 bestreitet die Kampfgemeinschaft der Judoka Mecklenburg-Vorpommerns (KGJMV) ihre dritte Regionalliga-Saison in der noch jungen Vereinsgeschichte. Und wenn es nach den Verantwortlichen geht, dann wird es wohl der letzte Auftritt in der dritthöchsten deutschen Liga sein, denn auf der Mitgliederversammlung der 18 Landesverbände des Deutschen Judo-Bundes in Hannover wurde eine Bundesliga-Reform beschlossen, die am Ende auch das Judoteam aus Mecklenburg-Vorpommern betrifft.

Mit seiner im Januar 2016 ausgeübten Kritik, das derzeitige Bundesliga-System sei viel zu unattraktiv, hat der Ex-Schweriner Johannes Karsch die Reform ins Rollen gebracht. Karsch, der auf der Mitgliederversammlung als Bundesliga-Referent bestätigt wurde, hatte anschließend zusammen in einer mehrköpfigen Kommission ein Konzept ausgearbeitet. Dass sieht nun vor, dass ab der Saison 2018 in der zweigleisigen Bundesliga 18 Mannschaften antreten sollen. Derzeit starten in der höchsten deutschen Liga zwölf Vereine. 2017 würde es keinen Absteiger geben, dafür jeweils drei Aufsteiger aus dem Süden und Norden. Noch einschneidender werden die Veränderungen im Unterbau ausfallen: Die zweite Bundesliga, bisher unterteilt in eine Süd- und Nordstaffel, wird mindestens um eine Ost- und Westgruppe erweitert. In jeder der vier möglicherweise auch sechs Staffeln nehmen neun Teams teil, damit – wie in der Bundesliga – alle Clubs vier Heim- und vier Auswärtskämpfe haben. Durch die geplante Erweiterung gibt es ab 2018 allerdings keine Regionalligen mehr. Als künftige „Dritte Liga“ firmieren dann die Oberligen der Landesverbände.

Und hier kommt dann auch die KGJMV ins Spiel. „Mit dieser Entscheidung können wir jetzt konkreter an unsere Zukunftsplanung gehen“, sagt KGJ-Vereinsvorsitzender Felix Tischler. Die Mecklenburger wollen 2018 in der neuen zweiten Bundesliga antreten und nicht in einer möglichen Oberliga. Dass das MV-Team die nötige Klasse dafür mitbringt, davon ist man bei der Kampfgemeinschaft überzeugt. Eine Regeländerung kommt dem derzeitigen Regionalligisten dabei auch entgegen. Das Doppelstartrecht, dass es bisher Sportlern erlaubte, in unterschiedlichen Ligen für zwei verschiedene Mannschaften zu kämpfen, entfällt. Viele Teams sind auch in der Regionalliga mit Bundesligakämpfern angetreten, hatten so einen großen Vorteil und hoben das Niveau der Regionalliga erheblich an. Das ist ab der Saison 2018 nicht mehr möglich – für die Kampfgemeinschaft MV ein Vorteil. Die Mecklenburger haben, bis auf drei Ausnahmen, keine Bundesliga-Starter. „Klar, dass Niveau in der ersten und auch in der zweiten Liga wird durch diese Reform erst einmal sinken“, gibt Liga-Referent Karsch zu verstehen. „Dafür sollen Mannschaften motiviert werden, mit eigenen Leuten zu kämpfen.“ So wie die KGJMV.

Der einzige Faktor, der noch unklar ist, ist die Finanzierung der höheren Liga. Bisher waren die MV-Kämpfer in einer Saison vier Mal gefragt. 2018 würden dann acht Kämpfe anstehen mit einigen weiteren Fahrten als bisher. „Auf jeden Fall freuen wir uns auf dieses große Projekt. Leider fehlen uns im Moment noch ausreichend Förderer und Sponsoren, aber wir sind bereit uns dieser Aufgabe zu stellen und als erstes männliches Bundesligateam Mecklenburg-Vorpommerns Judo-Geschichte zu schreiben“, erklärt Tischler. Noch hat der Verein ein Jahr Zeit, das Projekt „Judo-Bundesliga in MV 2018“ zu realisieren.


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erstellt am 16.Nov.2016 | 23:45 Uhr

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