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Sport in der Prignitz

03. Dezember 2016 | 01:15 Uhr

Allgemein : Nur Segelfliegen blieb ihm versagt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Holger Lattorff probierte in 19 Jahren als KSB-Geschäftsführer viele Sportarten aus

Gestern war offiziell sein letzter Arbeitstag. Nach 19 Jahren als Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Prignitz geht Holger Lattorff in den Ruhestand. Im Interview mit „Prignitzer“-Redakteur Oliver Knoll blickt er auf seine Amtszeit zurück, spricht über unerfüllte Wünsche und plaudert über künftige Pläne.

Herr Lattorff, wie haben Sie die offizielle Verabschiedung in der KSB-Geschäftsstelle empfunden?

Holger Lattorff: Es war sehr emotional. Angefangen von der Resonanz der Vereine bis hin zu den persönlichen Wünschen. Bis in den späten Abend hinein gab es Anrufe. Sogar aus dem Urlaub.

Apropos Vereine: Wie war das Verhältnis zu den Clubs und ihren Funktionären sowie Sportlern?

Immer gut. Und wenn es Probleme gab, haben wir einen Weg gefunden, diese zu lösen.

Und es wurde zum Teil auch privat. Ich bekam Einladungen zu Geburtstagsfeiern, gehörte dazu. Obwohl es keine Ehrung oder Auszeichnung gab.

Zurück zu den Anfängen. Wie war das vor 19 Jahren?

Als ich begonnen habe, war ich praktisch Sportler. Alles, was am Sport organisatorisch dranhängt, war neu. Im ersten Jahr habe ich mich oft an die Landesstellen in Potsdam gewandt und von dort immer Hilfe bekommen.

Was war die Hauptaufgabe in der Prignitz zu jener Zeit?

Die Umsetzung der Förderrichtlinien, also die Vereine in die Lage bringen, die ihnen zustehenden Mittel abzurufen. Das gelang dann auch dank der guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Nach der Wende wurde oft versäumt, den Trainerschein umzuschreiben. Als die alten ungültig wurden, haben wir mit dem Bildungswerk in den ersten vier Jahren jeweils drei Trainer- und Übungsleiterlehrgänge veranstaltet.

Hatten Sie selbst persönliche Ansprüche an sich in diesem Amt?

Ich wollte möglichste allen Sportarten gerecht werden. Keine bevorzugen, keine vernachlässigen. Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen.

Zu den Sportarten: Welche hätten Sie gerne mal ausprobiert?

Durch die Übungsleiter-Lehrgänge habe ich sehr viele Sportarten ausprobiert. Zum Beispiel auch Fechten. Es ist schon enorm, was die Fechter durch ihre Ausrüstung an Gewicht am Körper tragen. Aber was ich gerne mal versucht hätte, wäre Segelfliegen. Aber dafür brauchst du ja eine Ausbildung.

Die braucht man für das Jonglieren mit Zahlen nicht unbedingt. Gibt es da spontan ein paar Daten?

In all den Jahren wurden mehr als 400 Ehrennadeln an verdiente Sportler und Funktionäre verliehen. Dazu kommen noch Ehrenplaketten und Ehrengeschenke. Für die Kinder- und Jugendspiele habe ich jährlich 3 000 Medaillen bestellt, das sind in meiner Amtszeit dann fast 60 000.

Eine kurze Einschätzung des Sports im Kreis...

Insgesamt sind die Sportarten weniger geworden. Auch bei den Kinder- und Jugendspielen bleibt durch die Geburtenrate einiges auf der Strecke. Die Strukturen in den Vereinen haben sich gefestigt. Stark an Bedeutung gewonnen haben der Senioren- und Gesundheitssport sowie die Pferdesportvereine. Toll entwickelt hat sich der Schwimmsport. Die Delphine haben einiges auf die Beine gestellt. Und es gibt ja auch neue Schienen: Zumba oder Nordic Walking.

Jetzt beginnt der Ruhestand. Gibt es schon Pläne?

Auf jeden Fall die englische Sprache lernen. Das ist fest gebucht. Außerdem mit meiner Frau unsere Reisepläne verwirklichen. China ist das nächste Ziel. Und ich habe bereits ein Angebot als Reisebegleiter.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 22:42 Uhr

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