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Sport in der Prignitz

11. Dezember 2016 | 05:08 Uhr

Fußball Pritzwalk : Falsches Spiel mit falschem Namen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fußball-Landesligist Pritzwalk soll in Zehdenick zwei Spieler unter falschem Namen eingesetzt haben / Gegner wendet sich an Sportgericht

Ein Spiel der Fußball-Landesliga Nord mit Prignitzer Beteiligung sorgt rund vier Wochen nach der Austragung für mächtig Wirbel. Der Pritzwalker FHV 03 soll beim 2:1-Auswärtssieg beim SV Zehdenick am 29. Oktober zwei Spieler unter falschem Namen eingesetzt haben. Mittlerweile beschäftigt dieser Vorfall das Sportgericht des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB).

Vor ein paar Tagen erhielt der „Prignitzer“ einen Hinweis. Ein Bild aus dem Spiel Zehdenick gegen Pritzwalk. Es zeigt, das wurde uns von mehreren Personen bestätigt, den eigentlich für den Groß Pankower SV in der Kreisoberliga kickenden Patrick Raczkowski im Trikot des Pritzwalker FHV. Im selben Spiel soll dann noch ein weiterer Akteur unter falschem Namen für den FHV gekickt haben. Lukas Scharpenberg, Mitglied in Pritzwalk, aber momentan für die A-Junioren des SSV Einheit Perleberg im Einsatz. Auch er ist auf einigen der rund 30 Bildern der Begegnung, die die Zehdenicker auf Facebook veröffentlichten, zu erkennen. Sogar mit Nummer. Unter der Nummer acht taucht im Spielbericht von jenem Tag auf dem Internetportal fussball.de der Name Christopher Blohm auf. Der sieht aber auf seinem facebook-Profil ganz anders aus als der Akteur mit der Nummer acht auf den Spielbildern.

„Der Prignitzer“ fragte im Fall Scharpenberg nach beim Groß Pankower Joachim Teichmann, Spielausschussmitglied des Fußballkreises Prignitz/Ruppin. „Scharpenberg ist Spieler des Pritzwalker FHV, hat aber eine Gastspielgenehmigung für die A-Junioren des SSV Einheit Perleberg. Der Spieler ist aber noch keine 18 Jahre alt und hat auch keine vorzeitige Freigabe für Herrenspiele im Spielerpass eingetragen. Somit war er im betreffenden Spiel nicht spielberechtigt und wurde wohl deshalb unter falschen Namen eingesetzt“, antwortete Teichmann.

Was passiert in so einem Fall und welche Möglichkeiten bleiben Zehdenick? „Leider ist die Einspruchsfrist auf Wertung eines Pflichtspiels für Zehdenick abgelaufen, aber der zuständige Staffelleiter und auch die übrigen Beteiligten sollten einen Antrag auf sportgerichtliche Entscheidung stellen. Dies kann getan werden, wenn z.B. gegen Satzungen und Ordnungen verstoßen wird. Und in diesem Fall wurde ja nun mal gegen die Spielordnung verstoßen. Die Frist sind hier 30 Tage“, erklärte Joachim Teichmann.

Der Versuch, Verantwortliche des Pritzwalker FHV 03 zu erreichen, blieb bislang erfolglos. Auf schriftliche Anfrage mit der Bitte um eine Stellungnahme oder Aufklärung kam noch keine Antwort. Auch Landesliga Nord-Staffelleiter Lars Jonas meldete sich auf eine Anfrage hin nicht.

Aber es gab Kontakt zum SV Zehdenick. Manager Ronny Erdmann, auch für Presseanfragen zuständig, stand Rede und Antwort. „Die Sache beschäftigt uns seit ein paar Tagen. Wir haben einen anonymen Hinweis erhalten und sind dem nachgegangen. Das es so etwas noch gibt, schade. Darüber sind wir sehr enttäuscht. Wir haben Staffelleiter Lars Jonas gefragt, der hat uns aber sofort an das Sportgericht verwiesen. Dort haben wir jetzt die Unterlagen eingereicht. Mal sehen, wie es weitergeht“, sagte Ronny Erdmann.

Jetzt ist das Sportgericht gefragt. Nicht ganz uninteressant in diesem Zusammenhang: Die Pritzwalker hatten schon einmal einen Akteur unter falschem Namen eingesetzt. Damals wurden sie wegen der Fristverstreichung nicht bestraft.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 22:38 Uhr

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