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Hansa Rostock

25. Juni 2016 | 21:28 Uhr

FC Hansa Rostock : Zu spät richtig zur Wehr gesetzt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansa nach dem 0:2 gegen Aue weiter auf Platz 18

Zu spät war der FC Hansa richtig wach und verlor deshalb in der 3. Fußball-Liga gegen den FC Erzgebirge Aue verdient mit 0:2 (0:1). Erst zum Ende hin sahen die 11 000 Zuschauer im Ostseestadion ein heißblütiges, entschlossenes Sich-Wehren, wie man es von einer Mannschaft erwarten darf, für die es um die nackte Existenz geht. Die Treffer erzielten Adler (18./kam nach Freistoß von Tiffert unbehelligt zum Kopfball) und Wegner (51./Schuhen wurde beim misslungenen Klärungsversuch ein Platzfehler zum Verhängnis, Henn, der ihm zuvor den Ball zurückgespielt hatte, reagierte zu zögerlich).

Natürlich hatten es die Weiß-Blauen, bei denen wie angekündigt Baumgarten den verletzten Rechtsverteidiger Ahlschwede ersetzte, nicht mit der „Zweiten“ des FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach aus der Sparkassen-Kreisliga Erzgebirge zu tun, sondern standen einem potenziellen Zweitligisten gegenüber. Dennoch traten sie mit der Hoffnung an, erneut zumindest einen Punkt ergattern zu können. Doch der Auftritt vom Sonnabend war weder mit dem 0:0 im Hinspiel noch mit dem 3:0 eine Woche vorher über den VfR Aalen zu vergleichen. Zwar ließ der FC Hansa aus dem Spiel heraus nicht viel zu, doch fiel es ihm mehr als schwer, Ideen zu gebären, um wenigstens auch mal bis in den Strafraum der Gäste zu gelangen. Einmal war Platje nach Pass von Jänicke halblinks frei positioniert, fand jedoch keinen Adressaten für seine Eingabe (41.). Das war aber auch die einzige „gefährliche“ Szene der Gastgeber in der ersten Halbzeit.

In der Pause blieb Ziemer in der Kabine. Trainer Christian Brand: „Ein Spiel wird von vielen Details entschieden, und dass er nicht hundertprozentig fit war, ist eines der entscheidenden gewesen.“ Die Rostocker näherten sich erst nach dem 0:2 einem Treffer an: durch Platje, der eine Flanke des eingewechselten Andrist geschickt aus der Luft annahm und sofort abdrückte – knapp daneben (52.).

Die am Sonnabend gänzlich grünen „Veilchen“ hatten aber insgesamt die Hoheit, die schienen nichts anbrennen zu lassen. Bis sich die Sachsen doch mal einen Fehler erlaubten und Andrist völlig frei zum Zuge kam, aber an Männel scheiterte (85.). Noch einmal flackerte kurz die Hoffnung auf, als Garbuschewski einen Freistoß zum vermeintlichen 1:2 verwandelte (87.). Der selbstsichere Männel aber hatte verinnerlicht, dass „indirekt“ angezeigt worden war, und weil niemand weiter den Ball berührt hatte, ließ er selbigen einfach durch. Brand: „Aue ist sehr routiniert und abgezockt, und auch in Situationen wie dieser merkt man solchen Mannschaften ihren Tabellenstand an.“

Der FC Erzgebirge blieb im zwölften Spiel in Folge unbezwungen. Für Rostock riss die Serie von vorher fünf Heimpartien ohne Niederlage. Das 0:1 war das erste Gegentor in den eigenen vier Wänden seit 488 Minuten… Der FC Hansa bleibt auf einem Abstiegsplatz. Hoffentlich wird er das Abonnement auf Platz 18 rechtzeitig wieder los.

Urteil der Trainer

Christian Brand (Rostock): Wir hatten darauf hingewiesen, dass wir nicht soviele Fouls in der eigenen Hälfte zulassen dürfen. Das war ungeschickt vor dem 0:1, der Freistoß darf nicht entstehen. Dazu kommt, dass wir eigentlich bei Standards gut verteidigen, wir hier aber die Zuteilung nicht auf die Reihe kriegten. In der zweiten Halbzeit wollten wir richtig was riskieren, und dann kommen wir raus und kassieren das zweite Tor auf diese Art und Weise. Wobei: Dass der Ball mal wegspringt, ist das eine, dass wir ihn relativ häufig nach hinten spielen, ist das andere. Wir versuchten es dann noch mal, hatten auch die Chance durch Andrist. Wenn wir den gemacht hätten, wäre noch was möglich gewesen.

 

Pawel Dotschew (Aue): Kämpferisch und läuferisch war das okay. Die Mannschaft hat unter ganz schwierigen Bedingungen auch versucht, Fußball zu spielen. Ab und zu ist das gut gelungen. Nach dem 1:0 musste Hansa das Spiel machen. Wir hatten Geduld, und wie erhofft gelang uns das zweite Tor. Bekanntlich können wir sehr gut verwalten, Rostock wurde aber immer besser. Wäre das 1:2 gefallen, hätte es noch gefährlich für uns werden können.


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erstellt am 21.Feb.2016 | 21:00 Uhr

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