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Hansa Rostock

03. Dezember 2016 | 20:46 Uhr

FC Hansa Rostock : Wer ist schuld am Karten-Ärger ?

vom

Vereine schieben die Verantwortung in der Gästeticket-Debatte hin und her. DFB bestätigt Sicherheitsbehörden in ihrer Entscheidung

Der Ärger um die Tickets für die Drittliga-Partie des FC Hansa Rostock beim 1. FC Magdeburg hört nicht auf. Auch mit der Bereitschaft der Hanseaten, das angebotene Kontingent von 700 personalisierten Eintrittskarten anzunehmen und  weitere Schritte und Vorgehensweisen mit dem Mitgliederbeirat zu besprechen, zeigen sich beide Anhängerschaften nicht zufrieden. Denn es stehen den Gästefans in der Regel zehn Prozent des kompletten Kartenkontingents zu.

Zehn-Prozent-Regel: DFB billigt Ausnahmen

„Grundsätzlich gilt bei Reglementierungen dieser Art, dass eine entsprechende Einschätzung der Sicherheitsbehörden vorliegen muss. Dies war in diesem Fall gegeben, da die Partie zwischen dem 1. FCM und Hansa Rostock als Risikospiel eingestuft ist“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und ergänzte: „Ein offizieller Antrag an den DFB bezüglich eines eingeschränkten Kartenverkaufs muss dann nicht gestellt werden.“ In solchen Fällen hätten die  Sicherheitsaspekte und die Einschätzung der Sicherheitsbehörden Vorrang. Voraussetzung sei  jedoch bei diesen Planungen, dass Vereine und Sicherheitsbehörden Entscheidungen in Absprache mit dem DFB fällen. „So im Fall Magdeburg, bei dem wir stets über den Stand der Dinge in Kenntnis gesetzt waren“, sagte  der DFB-Sprecher.

Der 1. FCM muss sich indes Kritik von der eigenen sowie der Rostocker Fanszene gefallen lassen. Beide werfen den Verantwortlichen  vor, von Anfang an geplant zu haben, den Hanseaten kein volles Kontingent bereitzustellen. Zudem hat die Fanszene Rostock die Planungen für die „groß angelegte, lautstarke, friedliche“ Demonstration in der Elb-Metropole  vorangeführt: „Der Sonderzug wird gegen 6 Uhr aus Rostock  nach Magdeburg rollen“, heißt es auf deren Internetseite.

Die Vereine schieben sich derweil die Schuldzuweisungen hin und her. Während es von Seiten der Gastgeber heißt, dass die Verantwortlichen des FC Hansa Rostock  mitgeteilt hätten, dass ein Dialog zum Kartenkontingent mit Vertretern der aktiven Fanszene nicht möglich sei, widerspricht der FCH: „Dies entspricht nicht der Wahrheit. Ein Dialog über die Bereitstellung des vollen Kartenkontingents ist generell selbstverständlich möglich, aus logistischen und zeitlichen Gründen allerdings nicht in der vom 1. FCM vorgeschlagenen Form eines Treffens aller Beteiligten in Magdeburg.“

1. FCM nun Thema im Magdeburger Stadtrat

Die Magdeburger berufen sich stattdessen auf die Einschätzungen der Polizei. Denn diese stufte die Begegnung  als Hochsicherheitsspiel ein  und legte fest, „nicht mehr als 700 Gästefans zuzulassen. Diese Festlegung war für die Polizei in der Höhe des Gästekartenkontingents zu keiner Zeit verhandelbar“, heißt es in der Vereinsstellungnahme. Zudem ergaben Hinweise, dass den Rostockern das genannte Kontingent nicht ausreichte und diese deshalb erst recht mit vielen Fans anreisen wollten. Daraufhin habe die Polizei die Empfehlung eines Fan-Ausschlusses ausgesprochen, schrieb die „Magdeburger Volksstimme“. Durch die Diskussionen hat es der 1. FCM gestern auch auf die Tagesordnung des Magdeburger Stadtrates geschafft.

Als Bekenntnis  zu den Rostocker Fans ist  wohl die Erhöhung des Gästekarten-Kontingents für das Spiel bei Energie Cottbus zu betrachten. Die Lausitzer stellen 500 neue Sitzplatzkarten bereit. Somit können 2300 Hansa-Anhänger im Stadion der Freundschaft dabei sein. Ein Kuriosum: Beim Spiel der Magdeburger gegen Dresden  im April  soll den Gästefans das Kartenkontingent in Höhe von zehn Prozent  gewährt werden. Aber nur, wenn „die Umbaumaßnahmen des Gästebereichs rechtzeitig  abgeschlossen sind und der Polizei keine veränderte Sicherheitslage vorliegt“.

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erstellt am 19.Feb.2016 | 08:10 Uhr

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