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Hansa Rostock

11. Dezember 2016 | 01:15 Uhr

FC Hansa Rostock : Tobias Jänicke: „Wir sind gut gerüstet“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansa heute bei Fortuna Köln: Schwere Aufgabe, unangenehmer Gegner

Heute um 19 Uhr startet der FC Hansa beim SC Fortuna Köln in die verbleibenden 17 Spiele der 3. Fußball-Liga 2015/16. Das Ziel für die Rostocker liegt auf der Hand: unter allen Umständen oberhalb der drei Abstiegsplätze bleiben und nach Möglichkeit rasche Verabschiedung in Richtung gesichertes Mittelfeld. „Wir wollen gleich mit einem Erfolgserlebnis starten und nach dem 4:2 im ersten Vergleich die vollen sechs Punkte aus Hin- und Rückspiel holen“, blickt Mannschaftskapitän Tobias Jänicke voraus auf die Partie heute Abend im Kölner Südstadion. „Das ist eine richtig schwere Aufgabe und ein ganz unangenehmer Gegner, der mit Marco Königs einen torgefährlichen Stürmer besitzt (neun Treffer bei 19 Einsätzen – d. Red.). Aber wir sind gut gerüstet.“


Bisher Potenzial zu selten abgerufen


Der Saisonbeginn sei gar nicht schlecht gewesen, so Jänicke. „Wir haben ganz gute Spiele gemacht, zum Beispiel im DFB-Pokal beim 4:5 nach Elfmeterschießen gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Nach dem 4:2 gegen Köln und dem 1:0 in Osnabrück, als wir Tabellenvierter waren, kam aber diese Serie von sechs Unentschieden hintereinander, als wir es verpassten, mehr Punkte zu sammeln und uns unten abzusetzen. Mit dem ausbleibenden Sieg kam auch immer mehr Verunsicherung auf, sind wir leider in die Abstiegsregion abgerutscht. Wir haben unser vorhandenes Potenzial zu selten abgerufen und stehen deshalb schlechter da, als es die Mannschaft hergeben könnte“, fasst der 26-Jährige den bisherigen Verlauf der Serie zusammen.

Optimistisch macht den früheren Jugend-Nationalspieler, „dass wir ein verschworener Haufen sind, ein Kollektiv guter Jungs, und wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir in der Rückrunde noch viele Punkte holen“.


Zuversicht auch dank Christian Brand


Die Zuversicht trägt auch den Namen Christian Brand. Seit dem 9. Dezember 2015 als Nachfolger von Karsten Baumann Cheftrainer der Hanseaten, holte das Team unter ihm gleich vier Punkte aus zwei Partien und überwinterte so auf einem Nichtabstiegsplatz. Brand lehrte bislang eine klare Philosophie, pflegte eine ebenso deutliche Ansprache – er kommt an bei den Spielern. Jänicke: „Es ergibt Sinn, was er macht. Er vermittelt uns, dass man das Fußball-Abc immer wieder verinnerlichen und üben muss. Er erkennt und benennt die Probleme nicht nur, sondern gibt uns Lösungsansätze, sagt, was falsch war, korrigiert aber auch.“

Nicht zuletzt gefällt dem gebürtigen Neubrandenburger die Brandsche Spielidee des geschlossenen Vorwärtsgangs inklusive der Rolle, die er, Jänicke, darin bekleiden soll z. B. als zentraler Offensiver hinter den Spitzen im 3-5-2-System: „Ich freue mich darauf, denn in der Mitte kann ich mehr bewirken als außen. Das ist eine Position, die mir liegen kann, auf jeden Fall was Neues, ungewohnt, aber generell gut. Man muss sich mehr orientieren, sich zwischen den Ketten bewegen, man ist immer mittendrin, muss stets hellwach sein. Da bin ich oft das Zünglein an der Waage: Gelingen Ballmitnahme und Pass, laufen wir auf das Tor zu. Klappt es nicht, ist der Angriff verpufft.“

Für die witterungsbedingte Verlängerung des Trainingslagers in der Türkei von einer auf zwei Wochen brachte „Tobi“ Jänicke natürlich Verständnis auf, doch fiel gerade ihm als jungem Vater die lange Zeit fernab von zu Hause nicht leicht. Am Dienstag konnte er daheim in Kritzmow endlich seine beiden Kleinen Elijah Levi (gut zwei Monate) und Nahla Malia (dreieinhalb Jahre) sowie Ehefrau Franzi in die Arme schließen, bevor es gestern schon wieder auf Reisen ging.

Der Familie wegen ist er auch nach Rostock zurückgekehrt, wo beide Kinder geboren wurden und woher auch seine Gattin stammt.


Es geht in die Richtung „Sesshaft werden“


Schon seit der C-Jugend kickte Jänicke für den FC Hansa, war von 2009 bis 2012 Stammspieler bei den Profis, „doch dann kam der böse Wolf. Ich wollte gar nicht weg, es war ja auch das Jahr, in dem meine Tochter zur Welt kam. Aber die Entscheidung wurde mir abgenommen. Die Aussage des damaligen Trainers Wolfgang Wolf war, dass es hier für mich zu Ende ist und er auf andere setzt.“ So kickte der Ur-Mecklenburger die
darauffolgende Saison in Dresden und die vergangenen beiden Jahre beim SV Wehen Wiesbaden, ehe wieder zusammenkam, was zusammengehört: „Der damalige Vorstandsvorsitzende Michael Dahlmann hat die ganze Zeit den Kontakt gehalten, war immer bemüht, ist hartnäckig drangeblieben.“ Die Gespräche mit Karsten Baumann und dem früheren Sportlichen Leiter Uwe Klein führten zu einem Drei-Jahres-Vertrag – es scheint, dass „Tobi“ Jänicke endgültig in Rostock sesshaft wird?! „Deswegen haben wir ja als Familie den Schritt gemacht, und wenn nichts Großes passiert, wird das in die Richtung gehen. Wenn jetzt ein Bundesliga-Verein kommt und mich haben will, müsste man sich noch mal an den Tisch setzen, aber die Chance sehe ich relativ klein. Allerdings wäre es schon mein Wunsch, nach 81 Zweitliga-Spielen (Rostock 62 Einsätze/ 8 Tore, Dynamo Dresden 19/1 – d. Red.) die 100 voll zu machen.“ Am liebsten täte er dies natürlich mit dem FC Hansa.

 

 

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erstellt am 22.Jan.2016 | 12:00 Uhr

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