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Hansa Rostock

26. August 2016 | 01:47 Uhr

Koalition einig : Hansa Rostock kann auf Schuldenschnitt hoffen

vom

Einst war Hansa Rostock ein Imageträger für Mecklenburg-Vorpommern. Das Land gewährte dem Fußballclub großzügig Bürgschaften. Jetzt muss der Steuerzahler dafür geradestehen, denn nach zahlreichen Niederlagen droht Hansa die Insolvenz.

Die Schweriner Regierungskoalition will den für Hansa Rostock geplanten Schuldenschnitt mittragen und dem Fußball-Drittligisten so beim Abbau seiner Verbindlichkeiten helfen.

Die Landtagsfraktionen von SPD und CDU stimmten am Dienstag Plänen zu, wonach das Land eingegangene Kreditbürgschaften einlöst und den Gläubigerbanken rund 2,6 Millionen Euro zahlt.

„Wir helfen damit dem FC Hansa, endlich seine Finanzen in den Griff zu bekommen. Voraussetzung für die Gewährung ist allerdings ein nachhaltiges Sanierungskonzept des Vereins“, erklärte SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery nach der Fraktionssitzung in Schwerin. Diese Lösung sei für das Land etwa 700 000 Euro billiger „als eine Insolvenz von Hansa Rostock, die ohne einen Schuldenschnitt drohen würde“, so Nieszery.

Hansas Gläubiger-Banken, die Deutsche Kreditbank (DKB) und die Ostsee Sparkasse (Ospa), hatten beim Land Mecklenburg-Vorpommern einen Schuldenschnitt beantragt. Die Banken wollen demnach auf acht Millionen Euro verzichten, wenn das Land zustimmt und den Großteil der von ihm verbürgten Kredite in Höhe von insgesamt 3,2 Millionen Euro an die Banken zahlt. Die Gesamtverschuldung des Vereins soll sich derzeit auf etwa 30 Millionen Euro belaufen.

„Da das Land Mecklenburg-Vorpommern bereits seit vielen Jahren für Kredite des FC Hansa Rostock bürgt, würde eine Insolvenz des Vereins für den Landeshaushalt zu einer höheren Belastung führen als der geplante Schuldenschnitt in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Deshalb ist es nicht nur sport-, sondern auch finanzpolitisch richtig, diesen Weg zu gehen“, betonte CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. Für die Union sei wichtig gewesen, dass für das Land nach dem Schuldenschnitt keine weiteren finanziellen Verpflichtungen entstehen und die Banken mit im Boot sind.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr hatte hingegen deutlich gemacht, dass er Landeshilfen für den Profisport generell ablehnt. Das gelte auch für Hansa Rostock. Vom vielbeschworenen Imageträger für Mecklenburg-Vorpommern können zudem längst keine Rede mehr sein. Mit den Fanausschreitungen in der Vergangenheit habe der Verein fast nur noch für Negativschlagzeilen gesorgt, sagte Suhr. Auch die SPD-Fraktion stehe Landesbürgschaften für den Profisport künftig sehr kritisch gegenüber, sagte Nieszery. „Die Verwendung von Steuergeldern für diesen Zweck halten wir für falsch und nicht angemessen.“  

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erstellt am 08.Apr.2014 | 18:16 Uhr

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