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Hansa Rostock

28. September 2016 | 10:34 Uhr

Hansa Rostock : Erneut Randale von Hansa-Hooligans

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahlreiche Verletzte am Rande des Drittliga-Heimspiels gegen RB Leipzig

Auf dem Rasen hat der FC Hansa am Samstag das Duell gegen RB Leipzig knapp (0:1), aber mit Anstand verloren, doch für seine Problemfans musste sich der Traditionsklub wieder einmal schämen. Während der Halbzeitpause des brisanten Drittligaspiels hatten zum Teil vermummte Personen in großer Anzahl die Südtribüne der Arena verlassen und Ausschreitungen förmlich gesucht.

Zuerst warfen die Hooligans Farbbeutel und Gegenstände in den Gästefanblock. Dann zertrümmerten sie WC-Anlagen und bewarfen mit den Einzelteilen Polizisten. Auch Flaschen und Steine flogen. Dabei wurden zahlreiche Personen, darunter 30 Beamte, „zum Teil erheblich verletzt“, wie die Polizei gestern mitteilte.

MV-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) rügte das „blindwütige und vorsätzliche“ Verhalten aufs Schärfste. „Es ist eine Grenze überschritten, und ich bin nicht bereit, das zu tolerieren“, sagte Caffier: „Die Südtribüne wieder zu schließen oder die ein oder andere Begegnung als Geisterspiel durchführen zu lassen, halte ich hier als letztes Mittel nicht für ausgeschlossen.“

Der Verein muss als Wiederholungstäter ohnehin eine drastische Strafe durch den DFB befürchten. Erst kürzlich war Hansa wegen mehrerer Verstöße seiner Fans zu 20 000 Euro Geldstrafe, einem Teilausschluss der Fans auf Bewährung sowie Auflagen wie der Installierung eines Fangnetzes vor der Südtribüne verurteilt worden. Dagegen hatte der FCH Berufung eingelegt, jedoch nun – wie auch für den dringend benötigten Schuldenschnitt durch die Landesregierung – dramatisch an Argumenten eingebüßt.

Nach der neuerlichen Gewalt distanzierte sich die Klubführung von den Problemfans, „die die präventive Arbeit des Vereins durch solche schwachsinnigen Aktionen konterkarieren und den Ruf des Vereins in den Dreck ziehen“, wie Rainer Friedrich, Vorstand Stadionmanagement und Prävention, betonte. Vorstandschef Michael Dahlmann versicherte, man werde mit der Polizei gemeinsam alles unternehmen, um die Straftäter zu identifizieren und künftig von Fußballspielen auszuschließen.

Das hat der letzte DDR-Oberliga-Meister schon häufig betont – das Gewaltproblem bekam er nicht in den Griff. Das Image des einst bundesweit beliebten Ex-Bundesligisten hat dadurch deutlich stärker gelitten als durch die sportliche Talfahrt der vergangenen Jahre.

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erstellt am 27.Apr.2014 | 20:40 Uhr

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