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Hansa Rostock

25. September 2016 | 15:59 Uhr

Hansa Rostock : Der Baum brennt lichterloh

vom

Für Peter Vollmann war seine zweite Amtszeit bei Hansa Rostock nur kurz. Der Trainer wurde nach einem knappen halben Jahr beurlaubt.

Die zweite Ehe hielt nicht mal ein halbes Jahr lang. Peter Vollmann musste den Trainerstuhl beim krisengeschüttelten Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock am Sonntagvormittag nach nur knapp sechsmonatiger Amtszeit wieder räumen. Bei Hansa brennt gut zwei Wochen vor dem Fest der Baum bereits lichterloh. „Wir bedanken uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Peter Vollmann. Aufgrund der aktuellen Situation sahen wir uns aber zu dieser Entscheidung gezwungen“, teilte Sportdirektor Uwe Klein in einer Pressemitteilung lapidar mit. Das Training am Sonntag wurde bereits von Vollmanns bisherigen Assistenten Uwe Ehlers geleitet, der das Team übergangsweise betreuen soll. Auslösung für die Trennung war der desolate Auftritt am Samstag beim 0:2 (0:1) gegen Preußen Münster. Nur noch 5600 Zuschauer wollten die Mannschaft sehen. Was sie geboten bekamen, ließ selbst die Enthusiasten unter ihnen erstarren.  Der 56 Jahre alte Vollmann hatte das Amt in Rostock erst am 18. Juni mit dem Trainingsauftakt für die neue Saison wieder übernommen, nachdem er bereits zuvor einmal für Hansa Rostock tätig war. In der Saison 2010/2011 führte er den Club nach dessen erstmaligem Abstieg in die 3. Liga auf Anhieb zurück in die 2. Bundesliga. Am 6. Dezember 2011 wurde er nach einer anhaltenden sportlichen Talfahrt gefeuert. Praktisch auf den Tag genau drei Jahre später ereilte den Trainerfuchs dieses Schicksal nun erneut, weil er die angestrebten Ziele nicht einmal ansatzweise erreichen konnte. Von 20 Siegen, die nötig seien, um oben mitzuspielen, hatte Vollmann vor dem ersten Ballwechsel der Saison gesprochen. Ganze vier sind es bislang geworden. Der einstmals stolze Erstligist taumelt als Vorletzter der vierten Liga entgegen. Mitentscheidend für das Scheitern Vollmanns, der bis zum Amtsantritt von Uwe Klein im November bei Hansa sportlich das alleinige Sagen hatte, war auch die katastrophale Transferbilanz. Von den elf Neuzugängen erwies sich bislang lediglich Stürmer Marcel Ziemer als die erhoffte Verstärkung. Wenigstens hin und wieder überzeugen konnte auch Mittelfeldspieler Christian Bickel. Die übrigen Neuen sind bestenfalls Mitläufer oder sitzen gar wie der vor der Saison zum Kapitän gewählte Innenverteidiger Christian Stuff nur auf der Ersatzbank. Die Trennung von Vollmann vergrößert die finanziellen Kalamitäten des ohnehin permanent von der Insolvenz bedrohten einstigen Vorzeigeclubs. Neben Vollmann, der noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 besitzt, steht bis dahin auch dessen Vor-Vorgänger Andreas Bergmann auf der Gehaltsliste. Der wurde im Frühjahr geschasst. Interims-Coach Uwe Ehlers (39) ist nunmehr bereits der elfte Übungsleiter in den vergangenen fünf Jahren.

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erstellt am 07.Dez.2014 | 20:30 Uhr

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