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Hansa Rostock

09. Dezember 2016 | 12:42 Uhr

Fc Hansa Rostock : Brand: Fußballerisch was erarbeitet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansa-Chefcoach zieht positives Zwischen-Fazit aus dem Winter-Trainingslager. Spieler-Abgang noch möglich

Heute um 11.30 Uhr geht es mit Flugnummer ST 7737 von Antalya zurück nach Rostock-Laage – allerdings nur für die Sponsorengruppe des FC Hansa, nicht für die Fußballer selber. Die bleiben noch eine Woche länger in Lara. Zur Halbzeit des Trainingslagers sprachen die NNN mit Chefcoach Christian Brand.

Herr Brand, wie fällt Ihr bisheriges Fazit des Camps aus?
Christian Brand: Die Mannschaft hat sehr gut gearbeitet, auch Tommy Grupe als verletzter Spieler. Die Jungs haben viel leisten müssen, das Training war hart, und sie sind ziemlich an ihre Grenzen gegangen. Es gibt offensive und defensive Bilder, wie die Spieler stehen. Das ist noch nicht perfekt. Aber sie verstehen immer mehr, was ich von ihnen will. Ich glaube, dass wir uns in Lara fußballerisch ein bisschen was erarbeitet haben. Von daher bin ich sehr zufrieden und zuversichtlich.

Haben Sie neue Erkenntnisse gewonnen?
Ich habe gesehen, dass das Team flexibel, lernwillig und bereit ist, sich zu quälen und an seine Schmerzgrenze zu gehen. Und das braucht man im Abstiegskampf. Da geht viel nicht nur über die Beine, sondern den Kopf. Und die Spieler spornen sich gegenseitig an, es herrscht eine positive Grundstimmung.

Es gab im Rahmen des Trainingslagers zwei Testspiele. Das erste gegen den Süper-Lig-Vertreter Sivasspor endete 1:1. Was haben Sie da an Reserven erkannt?
Wir hatten sehr gute Ansätze sowie Chancen und Halbchancen. Aber wir waren noch nicht effizient genug, das haben wir der Mannschaft danach auch auf Video gezeigt. Sie hat sich für den großen Aufwand nicht belohnt, und das war ärgerlich. Wie gesagt, wir hatten genug gute Möglichkeiten, konnten aber keinen Profit daraus schlagen.

Auch im zweiten Test stand Ihr Team einer türkischen Mannschaft gegenüber. Wie bewerten Sie das 2:0 gegen Gaziantep BB?
Das ganze Spiel war völlig in Ordnung, wenn wir auch in der Abwehr ein paar Stunts dringehabt haben. Der Gegner war flink auf den Beinen und aggressiv, und der Schiedsrichter hat ein Übriges getan, dass es teilweise etwas hektisch wurde. Wir sind gegen eine Mannschaft angetreten, für die es schon in vier Tagen mit der Meisterschaft weitergeht, die in der Vorbereitung also weiter ist als wir. Auch insofern bin ich zufrieden.

Würden Sie im Rückblick auf die vergangene Woche den einen oder anderen Akteur hervorheben wollen?
Gerade die jungen Spieler wie Maik Baumgarten, Hasan Ülker oder Hexe (Florian Esdorf – d. Red.) haben vermehrt einen Schritt nach vorn gemacht. Ich bin aber viel glücklicher darüber, dass die Mannschaft die Dinge annimmt und umsetzt, die der Trainer vorgegeben hat.

Wie würden Sie die Bedingungen in Lara einschätzen?
Den Trubel und Krach im Hotel, diesen ganzen Schnickschnack fand ich zu Beginn ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Man braucht keine vier Pools. Das ist mir fast eine Nummer zu groß. Aber die Jungs machen das gut und ziehen sich nach dem Essen auf ihre Zimmer zurückgezogen. Insgesamt kann man super arbeiten, die Plätze sind richtig gut.

Und das Wetter war ja zum Glück größtenteils ganz in Ordnung.
Das schon, aber ich würde gerade, was das betrifft, nicht hierherfahren (das Camp in der Türkei stand schon fest, bevor Brand sein Amt antrat – d. Red.). In Spanien und Portugal ist das Wetter beständiger, da befindet man sich auf der sicheren Seite.

Sind in den nächsten Tagen Probespieler zu erwarten?
Das kann ich im Moment nicht sagen. Nur aus Aktionismus jemanden herzuholen hätte keinen Sinn. Wir schauen natürlich die ganze Zeit, was der Markt hergibt. Gesucht wird ein variabler offensiver Mittelfeldspieler, am besten ein Linksfuß, zumal, wenn uns jetzt der Christian Dorda noch ausfällt. Wenn sich da etwas ergibt und wir uns das finanziell leisten können, schlagen wir zu. Wobei beispielsweise Hasan Ülker im 3-5-2 links spielen könnte. Wir bräuchten im Prinzip einen ähnlichen Spieler, wie es rechts Maximilian Ahlschwede ist, für die andere Seite.

Kann es sein, dass es bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar Abgänge geben wird?
Ja, das ist möglich.

Sprechen wir da von einem oder mehreren Spielern, die der Verein abgeben will oder die er aus wirtschaftlicher Vernunft abgeben muss oder beides?
Dazu kann ich jetzt nichts sagen.

Alles in allem scheinen Sie erst mal zufrieden zu sein.
Ja. Die Stimmung ist entspannt, aber wenn wir trainieren, ist sie angespannt, da sind die Jungs fokussiert. So stelle ich mir Arbeiten vor. Und deshalb habe ich ein gutes Gefühl.

Der Fußball-Drittligist FC Hansa verlängert sein Trainingslager in der Türkei um eine Woche bis Dienstag, 19. Januar. Bereits drei Tage später geht es mit dem Spiel bei Fortuna Köln in der 3. Liga weiter. „Wir haben Bilder von den Plätzen zu Hause bekommen, da liegt Schnee und es ist gefroren. Daraufhin hat sich das Trainerteam mit dem Vorstand kurzgeschlossen, um abzuwägen, was man machen kann. Eine Alternative wäre die Rasenheizung des Ostseestadions gewesen, aber das kostet auch ein Heidengeld, die anzumachen. So fiel dann die Entscheidung, den Aufenthalt zu verlängern, einfach weil auch die Wetterlage in Rostock sich erst mal nicht ändern wird“, sagte Teammanager René Chaberny.

Die Mannschaft bleibt im Hotel Titanic Beach Lara. Dort wohnt ebenfalls West-Regionalligist Fortuna Düsseldorf II. Gegen diesen wurde für Freitag gegen 15 Uhr das dritte Testspiel des Camps vereinbart. „Vielleicht ist es für die Vorbereitung das Beste, aber ich wäre auch gern nach Hause gefahren“, sagte Hansa-Kapitän Tobias Jänicke. Wer könnte den zweifachen jungen Vater nicht verstehen.

Mit der Sponsorengruppe des Vereins fliegt auch René Chaberny heute zurück nach Rostock-Laage. „Ich muss arbeiten, einiges vorbereiten, das kann ich nicht von Lara aus machen“, so der Teammanager.

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erstellt am 12.Jan.2016 | 08:00 Uhr

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