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Hansa Rostock

08. Dezember 2016 | 23:07 Uhr

Hansa-Krawallfan : Bewährung nach Steinwurf auf Polizeibeamte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Amtsgericht Rostock sprach gestern das Urteil gegen einen 19-jährigen Fan des FC Hansa Rostock. Nach Krawallen beim Spiel gegen den Halleschen FC bekam Jan F. neun Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Grund: schwerer Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung, Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Zusätzlich darf der Abiturient zehn Monate lang kein Hansa-Spiel besuchen und muss die Bannmeile von zwei Kilometern zur DKB-Arena einhalten.

Während sich am 26. Oktober 2013 in der DKB-Arena die rivalisierenden Fanlager gegenseitig beschimpften, rotteten sich im Bereich der Südtribüne etwa 200 vermummte Personen zusammen, die in Richtung Eisstadion zogen. Dort angekommen, schleuderten sie Kartuschen, Steine und Flaschen in Richtung der Gästefans und der Polizeibeamten hinter der Absperrung. Fast 200 randalierende Fans wurden festgenommen.

Die Auswertung der Videoaufnahmen über das Geschehen zeigten später einen jungen Mann mit tief ins Gesicht gezogener Hansa-Mütze, den Fanschal um den Mund gewickelt, der gerade ein Wurfgeschoss auf die Polizeibeamten schleuderte. „Es stimmt, dass ich dort war“, sagte Jan F. Geworfen habe er nicht. Eigentlich habe er zum Bahnhof gewollt. Aber weil ein Tor auf dem Weg geschlossen war, sei er umgekehrt und in den Trubel geraten. Plötzlich hätte es „alles in die Eishalle“ geheißen und da sei er mitgelaufen.

Kriminalist Jürgen S. war sich gestern sicher, dass der Steinewerfer mit der blau-weiß-roten Mütze der Angeklagte ist. Auch die Staatsanwältin sah es so und beantragte eine Bewährungsstrafe von neun Monaten und 1000 Euro Geldauflage. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch.

Die Richterin begründete ihr Urteil: „Das auf dem Video sind Sie. Es stimmt alles, die rote Mütze, die kalkweißen Schuhe und das schwarze Kapuzen-Sweatshirt.“ Jan F. bleibt nun noch die Berufung.


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