zur Navigation springen

Fußball-WM

09. Dezember 2016 | 01:05 Uhr

Nach Fehlstart : Frankreich und Portugal müssen liefern

vom

Vor dem Spiel gegen Bulgarien wird Vize-Europameister Frankreich mit der Vergangenheit konfrontiert. Trainer Didier Deschamps, damals noch aktiv, will aber so gar nicht daran zurückdenken.

Die Erinnerung an die historische Blamage vor 23 Jahren schmeckte Didier Deschamps gar nicht. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien wurde Frankreichs Trainer noch einmal mit dem schmachvollen 1:2 im November 1993 konfrontiert, die Frankreich die WM-Teilnahme kostete.

«Ich habe wirklich keine Lust, davon zu sprechen. Man muss mit seiner Zeit leben», wehrte Deschamps alle Nachfragen ab.

In Frankreich gilt die Niederlage durch ein Last-Minute-Tor von Emil Kostadinow noch heute als eine der schwärzesten Stunden in der Fußball-Geschichte der Grande Nation. «Wir sind richtige Esel», hatte Deschamps als damaliger Mittelfeldregisseur nach dem K.o. festgestellt.

Es verwundert daher nicht, dass das einstige Trauma vor dem Wiedersehen mit den Osteuropäern an diesem Freitag ein gefundenes Fressen für die Medien war. Zumal der Vize-Europameister mit der Nullnummer in Weißrussland schwach in die Ausscheidung für die Endrunde 2018 in Russland gestartet ist und deshalb bereits unter Erfolgsdruck steht.

Deschamps ficht dies alles nicht an. «Wir werden dafür sorgen, dass wir gegen Bulgarien drei Punkte holen», verkündete er. Seine Spieler hätten ohnehin keinen Bezug zur Schmach vom Prinzenpark: «Der Großteil war noch nicht geboren. Und die, die schon lebten, waren noch nicht alt genug, um Fußball zu verstehen. Das ist Teil der Geschichte, man kann es nicht auslöschen, aber das hat nichts mit dem Kontext des Spiels zu tun, dass uns am Freitag erwartet.» Basta!

Allerdings begegnet er den Bulgaren mit Respekt. «Das ist ein konkurrenzfähiges Team», sagte Deschamps. «Die werden wie die Niederlande ein Wort mitreden.»

Der WM-Dritte von 2014, bei der EM in diesem Jahr nur Zaungast, empfängt zur gleichen Zeit Weißrussland. Am kommenden Montag kommt es dann zum direkten Duell der beiden Gruppenfavoriten. Bondscoach Danny Blind muss in beiden Partien auf Bayern-Star Arjen Robben verzichten, der wegen einer Rippenprellung ausfällt. «Ich habe heute mit ihm gesprochen. Er ist nicht fit», berichtete Blind am Donnerstag.

Nach dem 1:1 zum Auftakt in Schweden hofft die «Elftal» auf einen Heimsieg, um endlich in ruhiges Fahrwasser zu kommen. Zuletzt drohte Hollands Fußball nach dem Abgang der prominenten Assistenztrainer Dick Advocaat (Fenerbahce Istanbul) und Marco van Basten (FIFA) sowie dem angekündigten Rücktritt von Verbandsdirektor Bert van Oostveen im Chaos zu versinken.

Davon ist Europameister Portugal weit entfernt, auch wenn die euphorisierten Fans durch die Auftakt-Niederlage in der Schweiz aufgeschreckt worden sind. Im Heimspiel gegen Fußball-Zwerg Andorra droht kaum Ungemach, zumal Superstar Ronaldo wieder dabei ist. «Dass wir ihn wieder bei uns haben, ist natürlich ein Upgrade», erklärte Teamkollege Bernardo Silva.

Dessen Namensvetter André Silva wird neben Ronaldo für den verletzten Routinier Nani stürmen. «Ich hoffe, dass ich mit Ronaldo an meiner Seite viele Tore schießen werde», sagte der 20-Jährige. Trainer Fernando Santos mahnte seine Spieler, trotz der klaren Favoritenrolle nicht leichtsinnig zu agieren: «Die Namen spielen heute im Weltfußball keine Rolle mehr.»

Tabellen Europa-Gruppen

Ansetzungen 2. Spieltag

zur Startseite

von
erstellt am 06.Okt.2016 | 15:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen