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Bundesliga

28. September 2016 | 10:33 Uhr

Sorge um Erwartungshaltung : BVB nach Kantersiegen bescheiden

vom

6:0, 6:0, 5:1 - die Dortmunder Torfabrik lief in den vergangenen drei Spielen auf Hochtouren. Das schürt vor dem Duell mit dem Aufsteiger aus Freiburg hohe Erwartungen - zum Leidwesen einiger BVB-Profis.

Die Fachwelt schwärmt, die BVB-Profis warnen. Nach zuletzt drei imposanten Kantersiegen geht bei Borussia Dortmund die Sorge vor einer zu hohen Erwartungshaltung um.

«Ich möchte einen Appell ansprechen. Es sollte jetzt nicht von uns verlangt werden, dass wir immer so hoch gewinnen», sagte Regisseur Gonzalo Castro vor dem Spiel gegen den SC Freiburg am Freitag (20.30 Uhr). Auch seinem Teamkollegen Marcel Schmelzer sind die jüngsten Lobeshymnen nicht ganz geheuer: «Es darf nicht sein, dass man sich auf den Rängen fragt, warum wir nicht wieder sechs Tore schießen.»

Feuerwerke gegen Warschau (6:0), Darmstadt (6:0) und Wolfsburg (5:1) haben der neuformierten Borussia selbst im Ausland reichlich Respekt eingebracht. «Diese Borussia ist eine Walze», kommentierte die spanische Zeitung «As» mit Bezug auf das am Dienstag anstehende Champions-League-Gastspiel von Real Madrid beim BVB.

Diese hohe Wertschätzung wollen sich die Dortmunder vor der schweren Reifeprüfung gegen das spanische Starensemble bewahren. Sorge, dass es seine Mitstreiter angesichts dieses nahen Highlight-Spiels im Duell mit den Freiburgern etwas gemächlicher angehen könnten, hat Castro deshalb nicht: «Wir werden alle versuchen, die Angriffsmaschinerie am Laufen zu halten.»

Das Fehlen selbst so namhafter Stars wie André Schürrle, Marco Reus, Sven Bender oder Marc Bartra ist in Dortmund neuerdings kaum der Rede wert. Dank des im Vergleich zur Vorsaison breiter aufgestellten Kaders konnten diese Ausfälle bisher nahezu problemlos kompensiert werden. 14 unterschiedliche Torschützen in den bisherigen Pflichtspielen dokumentieren die gewachsene Homogenität.

Die Rasselbande um Jungprofis wie Ousmane Dembélé, Christian Pulisic oder Raphael Guerreiro soll es auch gegen den Bundesliga-Aufsteiger richten. Nicht auszuschließen, dass Trainer Thomas Tuchel die eine oder anderen Stammkraft aus der Startelf rotiert, um sie für die Partie gegen Real zu schonen.

Ungeachtet der jüngsten Kantersiege geht Tuchel mit großem Respekt in das Duell mit dem Aufsteiger: «Es ist ein kompliziertes, schweres Spiel. Freiburg ist ein sehr gefährlicher Gegner, eine Mannschaft ohne große Schwächen.»

Die anhaltende Terminhatz für seine Mannschaft mit drei Spielen pro Woche hält der Fußball-Lehrer für keinen großen Nachteil: «Das ist eine Aufgabe, an der wir wachsen. Unsere Spieler brauchen diese Anspannung, diesen Nervenkitzel - sie sind echte Wettkämpfer. Deshalb genießen wird das mittlerweile.»

Von einer großen personellen Auswahl wie Tuchel kann sein Freiburger Kollege Christian Streich nur träumen. Dennoch liegt der Aufsteiger mit sechs Punkten aus vier Spielen bisher im Soll und reist nach dem 1:0 über den Hamburger SV mit Rückenwind zum Tabellen-Dritten. «Wir wissen auch, dass da eine Hammeraufgabe auf uns wartet», bekannte Nils Petersen. Mutig fügte der Angreifer an: «Ich bin gar nicht böse, dass Dortmund in Wolfsburg so hoch gewonnen hat. Denn gerade wenn man nicht damit rechnet, geht es manchmal in die andere Richtung.»

Obwohl neben dem Langzeitverletzten Marc-Oliver Kempf (Außenmeniskus-Operation) auch Innenverteidiger Marc Torrejón sowie Jonas Meffert und Lucas Hufnagel ausfallen, hofft Streich auf eine Überraschung: «Es geht in Dortmund nicht um Schadensbegrenzung. Es geht um drei Punkte. Wir haben keine Angst.»

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erstellt am 22.Sep.2016 | 14:48 Uhr

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