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Sport

04. Dezember 2016 | 21:22 Uhr

«Reise ins Ungewisse» : Bamberg will historischen Coup in Mammutsaison

vom

Das Programm der Brose Bamberg erinnert fast an eine NBA-Saison mit 82 Partien. Mindestens 64 Pflichtspiele stehen an - in der neuen Euroleague-Saison peilen die Franken dennoch einen Rekordcoup an.

Auch ein Mammutprogramm soll Brose Bamberg auf der erhofften Rekordtour durch Europa nicht stoppen. Der deutsche Basketball-Meister bestreitet in der neuen Königsklassen-Saison alleine in der Hauptrunde 30 Partien - peilt trotz der Strapazen aber einen historischen Coup an.

«In der Euroleague wollen wir den nächsten Schritt gehen und als erste deutsche Mannschaft überhaupt unter die besten Acht kommen», formuliert Aufsichtsratschef Michael Stoschek im Interview der Deutschen Presse-Agentur forsche Ziele.

Gleich der Auftakt am Freitag beim Vorsaison-Finalisten Fenerbahce Istanbul (19.30 Uhr) verdeutlicht den anstehenden Stress. Am Tag nach dem 93:82 in der Bundesliga gegen Göttingen stand für das Team von Trainer Andrea Trinchieri der Flug von Nürnberg nach Istanbul an, von dort soll es am Samstag nach Bremen zur nächsten Ligapartie gegen Bremerhaven gehen. Am Sonntagabend folgt die Busreise zurück nach Bamberg. «Wenn Fußballer über Englische Wochen jammern, können unsere Basketballer nur lachen», erklärt Stoschek.

Um die mindestens 64 Pflichtspiele - 59 davon in den kommenden 23 Wochen - mit potenziell folgenden Playoffs zu bestehen, haben die Bamberger ihren Kader vor allem in der Breite verbessert. Zwar wechselte Spielmacher Bradley Wanamaker als wertvollster BBL-Akteur der vergangenen Saison in die Türkei, Maodo Lo und Fabien Causeur sowie Center Wladimir Weremejenko sollen den Verlust aber wettmachen.

So haben die Bamberger den Luxus, mit insgesamt 14, 15 Spielern in der Rotation ihren Leistungsträgern immer wieder wertvolle Verschnaufpausen gönnen zu können. «Es wird spannend sein zu sehen, wie Bamberg mit der Doppelbelastung aus Bundesliga und Euroleague zurechtkommt», analysiert BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. «Das wird ein Stück weit eine Reise ins Ungewisse.»

Und auch Coach Trinchieri warnt vor einer «unglaublichen Herausforderung. Wir müssen uns für etwas neues, ein ganz anderes Level, bereitmachen; die höchste Stufe, die wir je erlebt haben».

Im alten Modus mit zwei Gruppenphasen nacheinander scheiterten die Bamberger vergangene Saison nach teils herausragenden Leistungen knapp am Sprung in die K.o.-Runde. Nach der Euroleague-Reform verringerte sich die Zahl der Teilnehmer von 24 auf 16 Teams, von denen sich nur fünf sportlich qualifizierten. Alle Mannschaften treffen in Hin- und Rückspielen aufeinander. Die besten Acht schaffen den Sprung ins Playoff-Viertelfinale.

Mit 18 Millionen Euro haben die Bamberger ihren Etat - den höchsten der Bundesliga - noch einmal aufgepolstert, liegen aber dennoch deutlich hinter dem europäischen Geldadel wie Euroleague-Champion ZSKA Moskau zurück. «Wir haben alles dafür getan, um gewappnet zu sein», erklärt Bambergs Geschäftsführer Rolf Beyer. «Alle Clubs dringen in eine neue Dimension ein, für uns als mittleren Club in Europa ist das nochmal ein ganz anderer Kraftakt.»

Und so will Beyer selbst auch nicht bei allen 15 Auswärtsspielen dabei sein. «Es macht keinen Sinn. Die zwei oder drei Tage Reisezeit, das wäre total ineffizient.»

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erstellt am 13.Okt.2016 | 17:07 Uhr

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