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Schönberg : „Reichsbürger“ geht mit Ast auf Polizisten los

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Zwei Männer wollen auf einem Parkplatz nahe Schönberg Diesel erbetteln. Als die Polizei eingreift, kommt es zum Eklat.

Zwei Anhänger der sogenannten Reichsbürger-Bewegung haben sich am Mittwoch auf einem Autobahn-Parkplatz für Pendler unweit von Schönberg (Nordwestmecklenburg) Personenkontrollen widersetzt und zum Teil auch Polizeibeamte angegriffen. Wie die Polizei weiter mitteilte, hatten Zeugen die Behörden informiert, weil beide Männer um Diesel gebettelt hätten.

Als die herbeigerufenen Polizisten die Männer aufforderten, sich auszuweisen, hätten sich diese geweigert und erklärt, der „Reichsbürger“-Bewegung anzugehören. Nach kurzem Wortwechsel habe einer der Männer einen Ast ergriffen und sei damit auf einen Beamten losgegangen. Dieser habe den Angriff mit Reizgas abgewehrt, sich dabei aber leicht verletzt. Laut Polizei waren die Ermittlungen zu dem Fall am Mittwochnachmittag noch nicht abgeschlossen.

Erst am Montag hatte ein 32-jähriger Rostocker, der ebenfalls den „Reichsbürgern“ zugerechnet wird, seine Eltern und Polizisten mit Schlägen und Tritten angegriffen. Der Polizei gegenüber habe er angegeben, Personalausweise für nicht gültig zu erachten, weshalb er sich selbst nicht ausweisen könne. Das Nichtanerkennen von offiziellen Dokumenten ist typisch für sogenannte Reichsbürger, die die Existenz der Bundesrepublik negieren und stattdessen den Fortbestand des Deutschen Reichs propagieren.

Das Innenministerium in Schwerin schätzt die „Reichsbürger“-Szene in Mecklenburg-Vorpommern auf etwa 300 Menschen. Landräte und Bürgermeister wurden aufgefordert, bekanntgewordene „Reichsbürger“-Fälle in ihren Verwaltungen standardisiert zu erfassen. Bei Bedrohungen, Gewaltanwendungen oder Beleidigungen soll auch der Verfassungsschutz informiert werden.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 17:57 Uhr

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