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Tierversuche : Zehntausende Tiere leiden im Labor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mäuse, Ratten, Hamster: Knapp 30.000 Forschungs- und Medikamentenversuche in MV

Leiden für die Gesundheit: In Mecklenburg-Vorpommern werden jährlich an zehntausenden Tieren Versuche durchgeführt – überwiegend für die Grundlagenforschung sowie für medizinische und tiermedizinische Zwecke.  Tierschützer in MV fordern ein Ende der Experimente.

Im vergangenen Jahr seien Tests an 29 000 Tieren genehmigt worden, teilte das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock auf Anfrage unserer Zeitung mit. Ein Jahr zuvor waren die Tierzahlen wegen Massentests an Fischlarven aber auch erweiterten Untersuchungen an Mäusen noch auf knapp 90 000 in die Höhe geschossen. Dabei erfolgen die Tests den Angaben zufolge vor allem an Mäusen  und Ratten, aber auch an Schweinen, Rindern und Hühnern. Knapp 17 000 Mäuse, 4400 Ratten, 1300 Hühner, 1000 Schweine aber auch 600 Vögel, 600 Pferde, 600 Kaninchen sowie 18 Waschbären und 105 Frettchen standen 2016 auf den Versuchsanträgen der Labore. Ein Jahr zuvor waren auch 1200 Meerschweinchen und 18 Goldhamster zum Einsatz gekommen.

In den vergangenen Jahren war die Zahl der Versuche immer weiter gestiegen: 2016 seien 122 entsprechende Anträge gestellt worden, so das Landesamt. Vor knapp zehn Jahren waren es früheren Angaben des Landwirtschaftsministeriums zufolge  nur halb soviele gewesen.

Dabei erfolgten die Tests überwiegend an den Universitäten und in Forschungseinrichtungen. Allerdings experimentierten auch fünf Unternehmen mit Tieren an Impfstoffen – u. a.  mit 1000 Mäusen und 500 Kaninchen. Dazu verfügten beispielsweise Universitäten über eigene Zuchtstationen, in denen die Versuchstiere heranwachsen würden. Andere stammten aus kommerziellen Zuchten,  aber auch Zoohandlungen. In forschungsstarken Bundesländern kommen indes deutlich mehr Tiere auf den Versuchstisch: Angaben von Tierschützern zufolge sind 2015 drei Millionen Tiere in Deutschland für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt worden.

Unnötiges Leid: Tierversuche seien nicht notwendig, kritisierte Kerstin Lenz, Landeschefin des Tierschutzbundes MV die Tests und forderte ein Ende: „Forschung  ja, aber nicht auf Kosten von Tieren.“ 

Es gebe genügend alternative Versuchsmethoden z. B. mit Zellkulturen. Außerdem sei die Aussagekraft von Tiertests umstritten. Viele Versuchsergebnisse seien auf  Menschen gar nicht übertragbar, so Lenz.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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