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Mecklenburg-Vorpommern

29. August 2016 | 23:47 Uhr

Fleesensee : Zahnärzte polieren Ferienpark auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land Fleesensee wird für zehn Millionen Euro modernisiert. Versorgungswerk beteiligt sich an Finanzierung.

Das soll eines der größten Golf- und Ferienressorts in Deutschland wieder auf den grünen Zweig bringen: Mit zehn Millionen Euro wollen die neuen Eigner die Ferienanlagen Land Fleesensee aufmöbeln, verkündet die Düsseldorfer Lindner Management GmbH gestern in Göhren-Lebbin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte): Mit Hilfe eines Zahnärzteversorgungswerkes, sagte der Geschäftsführer der Lindner-Gruppe, Jörg Lindner. Mit dem Geld sollen in den nächsten zwei Jahren die drei Hotelanlagen, darunter der erste deutsche Robinson-Club, sowie das Thermalbad attraktiver gestaltet werden. „Nach zehn Jahren ist auch das schönste Hotelzimmer in die Jahre gekommen“, meinte Lindners Geschäftspartner Kai Richter. Das 550 Hektar große „Land Fleesensee“ gilt mit 1600 Betten, 500 Beschäftigten und Golfanlagen als eines der größten Freizeit- und Golfressorts in Deutschland. Es war aufgrund von Finanzproblemen am 2. Oktober an die Lindner-Gruppe verkauft worden.

Das Finanzierungsmodell weckt bei Kritikern Erinnerungen: Fleesensee war einst u. a. von 1800 Anlegern über einen Fonds finanziert worden. Doch die Erwartungen gingen nicht auf – am Ende blieben die Renditezahlungen aus, die Anleger verloren ihr Kapital. Das soll jetzt anders werden: „Das Geld für die Investitionen ist aber da“, versicherte Lindner gestern. Die Lindner Management GmbH und das Versorgungswerk der Zahnärztekammern Berlin, Brandenburg und Bremen hätten eine Betreibergesellschaft gegründet – die Fleesensee Holding – an der das Versorgungswerk 45 Prozent hält. Das Versorgungswerk muss nach Angaben seines Sprechers Ralf Wohltman die Renten und Altersversorgungen seiner Mitglieder sichern. Es sei bereits an zwei Hotels in Berlin und Köln beteiligt und verfolge gemeinsam mit der Lindner-Gruppe langfristige Ziele in Göhren-Lebbin, sagte Wohltman.

Nun soll das Feriengeschäft in Göhren-Lebbin die Zahnärzteversorgung sichern: Dazu werde das Tagungsgeschäft erweitert werden. „Wir gründen zusammen mit Hotel- und Golfbetreibern ein Center, bei dem alle Fäden zusammenlaufen“, erläuterte Richter. So müssten Veranstalter sich nicht mehr allein um Aktivitäten kümmern, sondern bekämen alles aus einer Hand. Außerdem sollen um Göhren-Lebbin herum eigene Nahrungsmittel angebaut und als Bioprodukte vermarktet werden. Gedacht ist an Obst, Gemüse und Nutzvieh, aber auch an Fische aus den Gewässern auf dem Golfgelände. Die Lindner-Gruppe hat nach eigenen Angaben im Hotelgeschäft 2500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 180 Millionen Euro. Dazu gehören 33 Hotels in sieben Ländern Europas, darunter die Hotels am Nürburgring, die „mit großem Erfolg laufen“.

Das neue Lindner-Richter-Projekt in Mecklenburg lässt Immobilienexperten in Rheinland-Pfalz indes aufhorchen: Richter und Lindner sorgten dort als Betreiber des mit fast einer halben Milliarde vom Steuerzahler finanzierten und später in die Insolvenz geratenen Nürburgring für Schlagzeilen – dem Prestigeprojekt der dortigen SPD-Landesregierung. Das Land Rheinland-Pfalz hatte den Beiden den 2010 geschlossenen Betreibervertrag nur zwei Jahre später gekündigt, weil Pachtzahlungen ausstanden. Die Erwartungen seien nicht erfüllt, Finanzzusagen nicht eingehalten worden, heißt es im politischen Wiesbaden. „Da muss man mehr als vorsichtig sein“, erklärte ein Parlamentarier im Wiesbadener Landtag. Bei der anschließenden Aufarbeitung des Ringskandals machte beispielsweise der Landesrechnungshof Bonitätsschwächen bei Pächter Richter aus.



 

 

 

 

 

 

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erstellt am 17.Okt.2014 | 13:00 Uhr

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