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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 08:57 Uhr

Migration in MV : Zahl der Flüchtlinge spürbar gesunken

vom

Gut 300 Flüchtlinge kommen derzeit pro Monat in Mecklenburg-Vorpommern an. Vor einem Jahr wurde die gleiche Anzahl sogar an manchen Tagen erfasst. Das Land reagiert auf die Entwicklung und reduziert die Platzkapazitäten für die Erstaufnahme.

Ein Jahr nach dem sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahlen hat sich der Zustrom neuer Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern auf deutlich niedrigerem Niveau eingepegelt. Wie das Innenministerium in Schwerin mitteilte, wurden im September von den zuständigen Behörden 305 Neuankömmlinge im Nordosten registriert. Im August waren es demnach 371, im Juli 329. Solche Zugänge hatte es im Herbst 2015 teilweise täglich gegeben. Die bislang niedrigste Zahl in einem Monat wurde im Juni mit 83 Personen registriert. Im Januar kamen noch knapp 2000 neue Flüchtlinge an.

Wie das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur weiter mitteilte, sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Land insgesamt 4979 Flüchtlinge im zentralen Erfassungssystem EASY registriert worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es mehr als 12 000, wobei sich die Zahl in den restlichen drei Monaten bis zum Jahresende noch auf 23 000 verdoppelte. Aber schätzungsweise nur ein Viertel davon blieb auch im Nordosten.

Als Reaktion auf den großen Zustrom von Flüchtlingen hatte das Land zusätzlich zu der regulären Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst (Kreis Ludwigslust-Parchim) eine Außenstelle in Stern-Buchholz bei Schwerin eingerichtet. Außerdem wurden zwei Kasernen in Basepohl und Fünfeichen bei Neubrandenburg (Mecklenburgische Seenplatte) für die Flüchtlingsaufnahme umgerüstet. Damit stiegen die vom Land finanzierten Erstaufnahme-Kapazitäten auf 3300 Plätze. Zudem hatte das Land Ende 2015 befristet 21 weitere Gebäude als Notunterkünfte angemietet und damit Platz für bis zu 5600 Flüchtlinge geschaffen. Ende September lebten laut Innenministerium noch rund 900 Menschen in den beiden regulären Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes.

Als Gründe für den Rückgang wurden weniger Neuzugänge und die Verteilung der Flüchtlinge auf Kommunen nach abgeschlossenem Aufnahmeverfahren genannt. Die Kaserne in Basepohl war schon Anfang September vollständig geräumt worden und dient vom 1. Oktober 2016 an nur noch als Reservestandort. Fünfeichen wird nach Auslaufen des Betreibervertrages zum 31. Dezember 2016 an den Bund zurückgegeben.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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