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Wirtschaft MV

26. August 2016 | 12:16 Uhr

Gute Stimmung : Wirtschaft in MV investiert kräftig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fördermittelnachfrage hoch – Aufschwung oder doch nur Mitnahmeeffekt?

Die aktuell gute Stimmung in der Wirtschaft und die Hoffnung auf eine anhaltend positive Konjunktur steigert die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Nachfrage nach staatlichen Investitionszuschüssen sei groß wie nie. „Wir haben im ersten Halbjahr mehr Förderungen ausgereicht als jeweils in den gesamten Vorjahren“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Laut Glawe bewilligte das Land im ersten Halbjahr 2014 für 209 Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft 185 Millionen Euro an Zuschüssen. Dadurch könnten Investitionen im Gesamtumfang von 766 Millionen Euro umgesetzt werden. Rund 2000 neue Arbeitsplätze würden entstehen. Das seien gut 50 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2013.

Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur wurden im Vorjahr 165 Neubauvorhaben mit 120 Millionen Euro bezuschusst, die Gesamtinvestitionen summierten sich nach Angaben des Ministers auf 445 Millionen Euro.

Als Beispiele für aktuelle Firmenerweiterungen nannte Glawe das Tiefkühlpizza-Werk des Dr. Oetker-Konzerns in Wittenburg, den Trockenobst-Produzenten Biosanica bei Grimmen und den Bayer-Ableger CropScience Biologics in Wismar, der biologische Pflanzenschutzmittel herstellt.

Staatliche Förderung gebe es auch für Neuansiedlungen wie das Innovationszentrum für Diabetesbehandlung in Karlsburg, der Kunststoffverarbeiter AcryliCon in Neustadt-Glewe oder der dänische Schur-Konzern, der im Industriepark Valluhn-Gallin direkt an der A24 ein neues Werk für Verpackungsmittel errichtet.

„Wir werben weiter intensiv um Investoren. Der wirtschaftliche Motor muss weiterlaufen. Wir brauchen mehr Jobs im verarbeitenden Gewerbe“, sagte Glawe. In keinem anderen Bundesland habe die Industrie einen so geringen Anteil am Bruttoinlandprodukt wie in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Unternehmen beeilten sich mit ihren Investitionen wohl aber auch, weil die Fördersätze zur Jahresmitte gesunken sind. Doch trotz verminderter Quoten sei die Unternehmensförderung im Nordosten weiterhin attraktiv, erklärte Glawe.

Investitionen großer Unternehmen würden seit Juli 2014 noch mit 15 Prozent bezuschusst, mittlere Firmen erhielten 25 und Kleinbetriebe 35 Prozent. Zuvor waren es 30, 40 und 50 Prozent.

Großen Wert lege die Landesregierung auch auf eine gut ausgebaute Infrastruktur. So seien im ersten Halbjahr für 21 Vorhaben insgesamt 16,4 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt worden. Der Regelfördersatz liege bei 60 Prozent, könne aber in Einzelfällen auf bis zu 90 Prozent aufgestockt werden, etwa wenn Kommunen zusammenarbeiten oder Altstandorte neu belebt werden.

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