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Wirtschaft MV

29. September 2016 | 03:36 Uhr

Stralsund : Wie geht es weiter mit der P+S-Werft?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Insolvenzverwalter informiert Gläubigerausschuss und Nordic-Werften erneuern ihr Kaufinteresse

Land, Banken und Insolvenzverwalter arbeiten weiter an einer Lösung für die insolvente P+S-Werft in Stralsund. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann informierte gestern in einer Telefonkonferenz die Mitglieder des Gläubigerausschusses über den Stand. Die Nordic-Werften, Kaufinteressent für den Schiffbaubetrieb am Sund, unterstrichen zudem ihr Interesse am Kauf der Werft.

Nordic Yards will nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag für Inbetriebnahme und Erneuerung des Standorts investieren und die Fähren fertigstellen. „Dies mit dem Ziel, den Auftrag in Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten und gemeinsam mit der Reederei und dem Land die Projekte erfolgreich zu beenden“, sagte ein Sprecher. „Nach dem neuerlichen Angebot und diversen Verhandlungen in den letzten Monaten gehen wir alsbald von einem finalen Ergebnis und Positionierung des Insolvenzverwalters und des Landes aus.“

Für die Werft liegen mehrere Offerten vor. So hatten sich neben den Nordic-Werften auch die Investmentfirma New Global Wind GmbH offiziell geäußert. Nordic will ab Herbst 2014 mit 250 Arbeitskräften starten, verweigert aber Beschäftigungsgarantien. Die New Global Wind GmbH, eine Investmentfirma im Bereich Windkraft, plant den Bau von Windkraftanlagen.

Über das gestrige Gespräch mit Insolvenzverwalter Brinkmann haben die Mitglieder des Gläubigerausschusses Stillschweigen vereinbart. Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, wurde neben den Verkaufsbemühungen für die Werft auch über die fast fertigen Fähren informiert, für die die deutsch-dänische Reederei Scandlines ein Kaufangebot über 25 Millionen Euro vorlegte. Darüber wird wohl am Dienstag die Landesregierung beraten.

Land und Banken sind Sicherungsgläubiger der Fähren. Ihnen fällt im Falle des Verkaufs der Kaufpreis zu. Im Gegenzug müssen sich die Gläubiger zur Löschung der bestehenden Hypotheken bereiterklären. Am Montag will Brinkmann die Belegschaft in Stralsund über den aktuellen Stand informieren.

Für beide Fähren war ursprünglich ein Kaufpreis von 184 Millionen Euro vereinbart worden. Dann trat Scandlines im Herbst 2012 vom Vertrag zurück, weil die Schiffe nicht den baulichen Vorgaben entsprachen. Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen verteidigte das neuerliche geringe Kaufangebot: Die Umbaumaßnahmen seien erheblich, um das Schiff doch wie geplant auf der Strecke Rostock-Gedser einsetzen zu können.

Ein an Bedingungen geknüpfter Verkauf der Fähren ist allerdings schwierig. Das Land muss darauf achten, dass der Verkauf EU-wettbewerbsrechtlich einwandfrei und diskriminierungsfrei erfolgt.

Zudem hatte Scandlines bereits angekündigt, die beiden Fähren von einer anderen Werft umbauen zu lassen.

Ende Januar soll das vorletzte Schiff, ein Transporter für die dänische Reederei DFDS, die Werft verlassen. Mit der Fertigstellung dieses zweiten Transporters gibt es keine Arbeit mehr für die noch rund 450 Mitarbeiter der Stralsunder Schiffbaugesellschaft.

 

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erstellt am 11.Jan.2014 | 09:00 Uhr

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