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Wirtschaft MV

01. September 2016 | 07:35 Uhr

Schadstoff-Ausstoß : Umweltamt nennt größte Stinker in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kraftwerk Rostock hat den höchsten CO2-Ausstoß. Auch 46 Tiermastanlagen stehen auf der Liste.

Kohlendioxid, Ammoniak, Schwermetalle: 103 Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern überschreiten bei ihrem Schadstoff-Ausstoß Schwellwerte und werden deshalb vom Umweltbundesamt auf deren Website Thru.de geführt.

Größter Umweltverschmutzer in Mecklenburg-Vorpommern: Das Rostocker Steinkohlekraftwerk der Kraftwerks- und Netzgesellschaft mbH (KNG). Das inzwischen 21 Jahre alte Werk schleuderte im Berichtsjahr 2013 etwa 2,4 Millionen Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid in die Atmosphäre. Hinzu kommen 1,9 Millionen Kilogramm Stickoxide und 450  000 Kilogramm Schwefeldioxid, das für „sauren Regen“ verantwortlich ist. Außerdem gibt das Werk 45,3 Kilogram Arsen und 20,5 Kilogramm giftiges Quecksilber an die Umwelt ab.

Auf dem zweiten Platz: Die Stadtwerke Rostock, die für die Wärmeversorgung der Hansestadt 186    000 Tonnen Kohlendioxid und 119    000 Kilogramm Stickoxide an die Umwelt abgeben.

„Insgesamt kann man allerdings sagen, dass die Emissionen im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland relativ gering sind“, sagte Anett Gehrke, Dezernatsleiterin im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung).

Trotz guter Luft schlägt der Bund für Naturschutz und Umwelt (BUND) Alarm. „Das Gesundheitsland hat bedenkliche Schönheitsfehler, Massentierhaltungsanlagen haben hier die Größe von Industriebetrieben erreicht“, sagte Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin. Das Problem: Diese Anlagen produzieren immer mehr Ammoniak. Das Unweltbundesamt nennt 46 Betriebe der Intensivtierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern, die die Schwellwerte für Ammoniak-Emissionen von 10    000 Kilogramm pro Jahr zum Teil deutlich überschreiten. Diese chemische Verbindung gefährdet vor allem Wälder und Gebäude. Die BLF Schweineaufzucht GmbH Bernitt bei Bützow produzierte 2013 laut Bundesamt 106    000 Kilogramm Ammoniak. Die Schweine- und Biogasanlage Alt Tellin in Vorpommern bringt es auf 68  800 Kilogramm. Die Hähnchenmastanlage Liepen (Mecklenburgische Seenplatte) wird mit 40  400 Kilogramm Ammoniak und 24  900 Kilogramm Distickoxyden aufgeführt.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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