zur Navigation springen

Wirtschaft MV

27. September 2016 | 12:24 Uhr

Bauerntag auf der Mela : Nur ein bisschen Staat

vom

Agrarminister verteidigt Subventionen. Der Bauernpräsident warnt

Die Landwirtschaft darf nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) nicht allein dem Markt überlassen werden. „Lebensmittel sind Teil der Daseinsvorsorge des Staates“, sagte er heute auf dem Bauerntag auf der Agrarmesse Mela in Mühlengeez.

Der Zugang zu Lebensmitteln sei ein Menschenrecht. Unterläge der Agrarbereich nur den Marktmechanismen, gäbe es in Europa viele Landstriche ohne Landwirtschaft. Nicht umsonst gingen 40 Prozent des EU-Haushaltes in den Agrarsektor, sagte er auf einer Podiumsdiskussion des Bauernverbandes zum Thema Staat und Markt.

Für den Präsidenten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, muss der Staat die richtigen Marktbedingungen schaffen. Er erwarte nicht, „dass der Staat uns Landwirte aus der Krise mit neuem öffentlichen Geld herausführt“. Wenn der Milchpreis falle, liege das nicht an Dingen wie dem Russlandembargo, sondern an jahrelang guten Milchpreisen, die an allen Ecken und Enden der Welt zu Investitionen in die Milchwirtschaft geführt hätten. „Wir sollten sorgsam sein mit den Rufen nach Hilfe“, mahnte Bartmer, „das ist ein süßes Gift“. Er forderte aber, dass der Staat den Bauern keine „Knüppel zwischen die Beine“ werfe wie die Düngeverordnung oder das Tierwohl.

 

Auch Landesbauernpräsident Detlef Kurreck meinte, die staatlichen Hilfspakete würden die aktuelle Krise in der Landwirtschaft nicht beenden. Derzeit leiden vor allem die Milchbauern unter niedrigen Preisen aufgrund der Überproduktion an Milch. Schlechte Ernten in diesem Jahr verschärfen die Situation, da in den Betrieben Einbußen bei der Milch nicht kompensiert werden könnten. „Es gibt keine Hilfe, ohne dass wir uns selbst helfen“, sagte Kurreck. Die Bauern wären dazu in der Lage: „Man muss uns nur lassen.“

 

zur Startseite

von
erstellt am 16.Sep.2016 | 20:55 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen