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Wirtschaft MV

25. August 2016 | 15:18 Uhr

Einkommen Mecklenburg-Vorpommern : MV erwartet Jahr der Lohnerhöhungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gewerkschaften fordern bis zu 5 Prozent mehr / Chefs sehen keine Spielräume

Das wird das Jahr der Lohnerhöhungen: Hunderttausende Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern können 2015 mit wachsenden Einkommen rechnen. So sind 72 500 bisherigen Billiglöhnern ab Januar Mindestlöhne von 8,50 Euro sicher. Zudem stehen aber auch für jeden vierten Arbeitnehmer im neuen Jahr Tarifverhandlungen an, kündigte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) an – für Beschäftigte in der Metall- und Elektrobranche, des Einzelhandels, der Deutschen Post, des Kfz-Gewerbes in MV, des Gebäudereinigerhandwerks, im Groß- und Außenhandel, im Versicherungsgewerbe und Angestellte im Landesdienst. „2015 wird das Jahr, in dem die Lohnspirale spürbar nach oben drehen wird,“ erklärte Uwe Polkaehn, Chef des DGB Nord: „Was gemeinsam erwirtschaftet wurde, muss auch gerecht verteilt werden.“ 2014 hätten die Tarifabschlüsse zwischen zwei und vier Prozent gelegen. 2015 bräuchten die Beschäftigten „einen größeren Schluck aus der Pulle“, verlangte Polkaehn: „Nur wo Kaufkraft ist, können die Unternehmen auch auf Dauer gute Geschäfte machen.“ Die Gewerkschaften wollten „eine neue Ordnung der Arbeit mit unbefristeten, tariflich entlohnten Beschäftigungsverhältnissen“.

Die Gewerkschaften haben ihre Lohnziele abgesteckt: Die IG Metall Küste geht mit einer Lohnforderung von 5,5 Prozent in MV in die kommende Tarifrunde. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die 15 000 Angestellten im Landesdienst ebenfalls 5,5 Prozent.

Die Arbeitgeber wiegeln bereits ab und sehen die Spielräume für Tariferhöhungen im neuen Jahr schwinden. Lohnsteigerungen von 5,5 Prozent: „Die Forderung ist wirklichkeitsfremd“, lehnte Thomas Lambusch, Chef des Arbeitgeberverbandes Nordmetall und Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in MV (VUMV) ab. „Der Tarifabschluss muss fair für alle sein – für Beschäftigte, für Betriebe mit guter Lage und Firmen mit schlechter Lage. Wir haben alles zwischen Rekordauslastung und Kurzarbeit. Tarifpolitik mit der Gießkanne funktioniert da nicht.“ Die Geschäftslage vieler Unternehmen habe sich im Jahresverlauf verschlechtert. In der Metall- und Elektroindustrie in MV bemängelten mehr Firmen dünne Auftragsbücher und erwarteten sogar Rückgänge. Die Kapazitätsauslastung sei um fast drei Prozent zurückgegangen. Mindestlohn, Rente mit 63, Mütterrente: Entscheidungen der Politik seien von der Wirtschaft nicht als positives Signal für mehr Wachstum wahrgenommen worden, urteilen die Unternehmensverbände.

 

 

 

 

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erstellt am 30.Dez.2014 | 08:07 Uhr

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