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Wirtschaft MV

24. Juli 2016 | 04:58 Uhr

Grimmen : Marktführer in einem Nischenmarkt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Biosanica Manufaktur produziert seit einem halben Jahr Trockenobst in Süderholz

Die Entkernungsanlage in der Biosanica Manufaktur GmbH in der Nähe von Grimmen spuckt einen Braeburn-Apfel nach dem nächsten aus. Die Nachfrage nach Trockenobst ist riesig, doch ein Produktionsausbau schwierig. Denn der Nachschub an Bio-Äpfeln der B-Ware ist erfolgsentscheidend. Derzeit stammen die Braeburn-Äpfel, die die Anlage durchlaufen, aus Südtirol. Biosanica plant jedoch, ein Netz an regionalen Lieferanten aufzubauen, die mit langfristigen Verträgen gebunden werden sollen.

Pro Schicht durchlaufen acht bis zehn Tonnen Bioäpfel die einzelnen Produktionsstationen bis zur Trocknung. „Aus einem Kilogramm Apfel können rund 120 Gramm Trockenobst produziert werden“, sagt Produktionsleiter Sebastian Jacob. Nach der Restfeuchtemessung, der Kontrolle von Farbe, Geschmack und Knusprigkeit hebt Jacob den Daumen. Das Trockenobst kann portioniert und verpackt werden. Die standardisierte Qualitätskontrolle am Produktionsende soll langfristig die Qualität sichern. Das Unternehmen am Pommerndreieck der A 20 hat erst vor einem halben Jahr mit der Produktion von Bio-Trockenobst begonnen und dafür seinen Firmensitz aus dem bayerischen Himmelstadt an die Küste verlegt. Für rund 3,8 Millionen Euro entstand an dem bislang leeren Gewerbestandort eine Produktionshalle mit Kühlhaus, Entkernungsmaschine und Trockenanlage. Rund 1,5 Millionen Euro davon waren Fördermittel. Die Erwartungen seien mehr als erfüllt worden, berichtet Betriebsleiter Martin Nätscher in einer ersten Bilanz.

„Allein im Oktober wurden mehr als 400 Tonnen Äpfel verarbeitet.“ Die großzügige Landesförderung, eingeschränkte Kapazitäten am früheren Firmenstandort und die Möglichkeit, in MV einen neuen Produktionsstandort direkt an der Autobahn errichten zu können, hatten Nätscher bewogen, den Firmensitz an das Pommerndreieck zu verlegen. „In den vergangenen Jahren konnten wir die Nachfrage nicht mehr befriedigen“, blickt der Firmenchef zurück. Das Unternehmen arbeite jetzt mit der vierfachen Kapazität. „Lagerbestände konnten wir noch nicht aufbauen. Die Nachfrage ist derzeit riesig.“ Biosanica ist deutschlandweit Marktführer in einem Nischenmarkt.

Die getrockneten Apfelwürfel werden an Müsli-Hersteller, Bio-Tee- und Backwarenhersteller geliefert. Produkte wie Apfelchips und Apfelringe liegen in den Regalen von Bioläden und Supermarktketten. Aktuell arbeiten 23 Mitarbeiter in dem Unternehmen, sieben mehr als beim Start veranschlagt. Eine zweite Trocknungsanlage soll in den kommenden Wochen in Betrieb gehen. „Umsatz und Produktionsleistung sind höher als erwartet“, sagt Nätscher. Für 2014 strebt das Unternehmen die Umsatzmarke von fünf Millionen Euro an.

 

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