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Mecklenburg-Vorpommern

28. September 2016 | 03:45 Uhr

Holger Arppe : Wird AfD-Politiker Synodaler?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kirchenkreissynode prüft mögliches Mandat für Holger Arppe

Holger Arppe, Landesvorstandsmitglied der Alternative für Deutschland (AfD), könnte im März möglicherweise Mitglied im Kirchenparlament von Mecklenburg werden. Das bestätigte der 42-Jährige gestern gegenüber unserer Redaktion. „Ich habe der Verwaltung des Kirchenkreises Mecklenburg nach einem fernmündlichen Gespräch mit Präses Christoph de Boor schriftlich mitgeteilt, dass ich die Wahl zum Synodalen annehme“, sagte Arppe.

In der Nordkirche läuft derzeit ein Prüfungsverfahren. Bedenken gibt es allemal. „Anlass der Prüfung ist für uns die Tatsache, dass uns ein erstinstanzliches Urteil gegen Herrn Arppe wegen Volksverhetzung bekannt geworden ist“, teilte Präses Christoph de Boor auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der ehemalige Landesvorsitzende der AfD war im vergangenen Jahr wegen volksverhetzender Kommentare im Internet vom Amtsgericht Rostock zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wegen des geringen Strafmaßes gilt Arppe, der auch für die Landtagswahl im September kandidiert, nicht als vorbestraft.

Arppe hatte bei der Wahl zur Synode damals im Jahr 2011 zwar kein Mandat erreicht, wurde aber Nachrücker. Da jetzt ein Gemeinde-Synodaler aus dem Wahlkreis Rostock sein Mandat zurückgegeben hat, ist er als Nachrücker von der Kirche angeschrieben worden, ob er das Mandat annehmen wolle. Die AfD gibt es erst seit 2013.

Der Bischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, hatte sich zuletzt auch in unserer Zeitung immer wieder kritisch über ausländer- und islamfeindliche Positionen geäußert. Diese seien mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar.

Trotzdem hofft Arppe auf eine Entscheidung für sein Mandat: „Selbst wenn ich in der Vergangenheit durch kritikwürdige Äußerungen gefehlt hätte, würde es der Kirche gut anstehen, durch Vergebungsbereitschaft ein Zeichen der Versöhnung zu setzen.“

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erstellt am 11.Feb.2016 | 19:00 Uhr

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