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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 05:30 Uhr

Altentreptow : Windkraftkritiker gründen Partei „Freier Horizont"

vom

Gegner des unkontrollierten Windkraftausbaus haben sich erstmals in Deutschland zu einer Partei zusammengeschlossen.

Windkraftkritiker haben in Mecklenburg- Vorpommern eine eigene Partei namens Freier Horizont gegründet. Sie wendet sich laut Programm gegen „eine völlig aus dem Ruder gelaufene“ Umsetzung der Energiewende. Gegründet wurde die Partei Freier Horizont am Samstag in Altentreptow (Mecklenburgische Seenplatte), in einer der am dichtesten mit Windkraftanlagen bebauten Regionen des Landes. Zum Vorsitzenden wählten die 32 Gründungsmitglieder einstimmig den selbstständigen Tierarzt Norbert Schumacher. Der 56-Jährige stand bislang dem Aktionsbündnis Freier Horizont gegen unkontrollierten Windkraftausbau vor. In diesem landesweiten Zusammenschluss von Bürgerinitiativen waren auch die anderen Gründungsmitglieder aktiv. Neben dem Vorsitzenden wurde ein achtköpfiger Vorstand gewählt.

Wie Schumacher sagte, war „Politik aus Notwehr“ das entscheidende Motiv für die Gründung der Partei, der bundesweit bislang einzigen Partei von Windkraftkritikern. Der Staat, der Anwalt der Bürger sein sollte, ziehe sich immer häufiger aus infrastrukturellen, kulturellen und administrativen Bereichen zurück, die Argumente der Bürger würden nicht mehr gehört. Schumacher betonte, der Freie Horizont verstehe sich nicht als „Antiwindkraftpartei“ und beschränke sich auch nicht auf das Thema Windkraft. Es gehe vielmehr um die wirtschaftliche Entwicklung aller Landesteile und um gleichwertige Lebensbedingungen im ländlichen Raum, an der Küste und in den Städten.   Der Freie Horizont will zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommerns am 4. September antreten. Das Wahlprogramm soll auf einem späteren Parteitag beschlossen werden. Die Partei ordne sich weder links noch rechts noch in der Mitte ein, sagte Schumacher. Sie strebe auch keine Fundamentalopposition an, sondern erkenne an, dass es auch bei anderen Parteien akzeptable Argumente gebe. Der Freie Horizont setze auf Sachlichkeit und einen freundlichen Umgangston. Er werde sich deutlich gegen Rechts und gegen Kräfte abgrenzen, die behaupten, eine Alternative zu sein und mit Panikmache versuchen, Stimmen einzufangen, sagte Schumacher.

Er selbst sei noch nie Mitglied einer Partei gewesen. In die Politik sei er als Sprecher einer Bürgerinitiative gegen einen Windpark nahe seines Wohnortes Penzlin gekommen. Er sei in die Stadtvertretung und später für das Aktionsbündnis in den Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte gewählt worden. Den Vorsitz des Aktionsbündnisses Freier Horizont übernahm der bisherige Sprecher für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Gilbert Schulz.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 20:14 Uhr

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