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Mecklenburg-Vorpommern

01. Oktober 2016 | 06:56 Uhr

Windeignungsgebiete : Windkraft: Fronten verhärtet

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Kritische Bürger fordern offenen Dialog und besonnenes Handeln / Landrat weist Kritik zurück

Im Vorfeld der nach mehrmaliger Verschiebung nun für den 24. Februar geplanten Beratung des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg sind die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern der Ausweisung neuer Windeignungsgebiete verhärtet. „Wir fühlen uns weiterhin nicht ernst genommen“, bringt Dietlind Gohle, die als Initiatorin der Parchimer Bürgerinitiative „Gegenwind“ inzwischen im landesweiten Aktionsbündnis „Freier Horizont“ mitarbeitet, dass sich gegen den unkontrollierten Windkraftausbau stark macht, die Kritik auf den Punkt. „ Es wäre ein gutes Signal gewesen, wenn die im Vorfeld der 50. Verbandsversammlung für den 10. Februar in Ludwigslust und am folgenden Tag in Grevesmühlen angesetzen Informationsveranstaltungen nicht hinter verschlossenen Türen, sondern bürgeroffen stattfinden würden. Ein erster Schritt für die vielbeschworene Dialogbereitschaft wäre eine Einladung auch an uns gewesen“, sagt Dietlind Gohle.

Landrat Rolf Christiansen, Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes, weist die Befürchtungen des Aktionsbündnisses, dass das Tempo bei der Ausweisung neuer Eignungsgebiete übereilt sei, entschieden zurück. „In der Planungsregion wird seit zwei Jahren über Fragen zu Windeignungsgebieten sehr gründlich diskutiert. Mehr als 40 Informationsveranstaltungen haben stattgefunden, in den Kreistagen wurden Kriterien diskutiert und Stadtvertretungen einbezogen. Es kann keine Rede davon sein, dass hier etwas übereilt entschieden werden soll“, betont Christiansen. Für ihn steht fest: „Anderes zu behaupten, zeugt entweder von völliger Unkenntnis oder von bewusster Stimmungsmache“.

Auf der Verbandsversammlung die am 24. Februar um 17 Uhr im Haus der Kommunalen Selbstverwaltung (Raum Rügen, Bertha-von-Suttner-Straße 5, 19061 Schwerin) beginnen soll, werden zunächst die Kriterien zur Ausweisung von Windeignungsgebieten beschlossen. Erst danach können so genannte Suchräume anhand dieser Kriterien unter die Lupe genommen werden. Für Landrat Christiansen gibt es damit bald eine konkrete Grundlage für Diskussionen zum Thema. Das Aktionsbündnis „Freier Horizont“ habe aus seiner Sicht bislang „im Nebulösen gestochert“.

Eine konstruktive Zusammenarbeit klingt anders. „Wir fordern die Teilfortschreibung auszusetzen, bis die Landesregierung in Schwerin das angekündigte Bürgerbeteilungsgesetz rechtskonform und umsetzbar beschlossen hat. Dann gibt es auch fundierte Abstandkriterien“, meint Dietlind Gohle. Für ihre Mitstreiter steht längst fest: „Die Akzeptanz für den Windkraftausbau sinkt in der Bevölkerung dramatisch.“ Das Aktionsbündnis bekomme immer mehr Zuspruch. Selbst aus den Reihen des Regionalen Planungsverbandes haben sich bereits mehrere Mitglieder, die namentlich nicht genannt werden wollen, dem „Freien Horizont“ angeschlossen. Am 14. März werden viele Kritiker aus dem Parchimer Land am „Windgipfel“ in Warnemünde dabei sein.

Für Dietlind Gohle stehen die Zeichen auf Sturm. Für den Verbandstag am 24. Februar bereitet sie sich mit ihren Mitstreitern intensiv vor. „Ich rufe die Bürger auf, sich an einer Demonstration vor dem Tagungsgebäude zu beteiligen. Mein Plakat habe ich schon fertig“, sagt die engagierte Frau. Das richte sich direkt an Landrat Rolf Christiansen, der zum Einlenken bewegt werden soll.

 

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erstellt am 07.Feb.2015 | 07:55 Uhr

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