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Mecklenburg-Vorpommern

25. September 2016 | 21:07 Uhr

Fehmarnbelt Business Council : Werbung für Wohlstandsregion

vom
Aus der Onlineredaktion

Zwei Tage beraten Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über eine „Fehmarnbelt-Region“. Schweriner Kammerchef ist Chairman

Siegbert Eisenach wirkt wie elektrisiert. Zwei Tage lang wird die Hamburger HafenCity seine Bühne sein. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) ist im Ehrenamt „Chairman“ des Fehmarnbelt Business Council (FBBC), eines Wirtschaftsrates, dem elf Kammern und Einrichtungen von Malmö über Kopenhagen und Hamburg bis Schwerin angehören. Mit 34 Veranstaltungen in der Metropole Hamburg sowie einem „Parlamentarischen Frühstück“ im Berliner Regierungsviertel wird der Wirtschaftsvertreter aus Schwerin für eines der größten Infrastrukturvorhaben Europas die Werbetrommel rühren: die feste Fehmarnbelt-Querung.

Der Tunnel unter der Meerenge ist für Eisenach indes nur Vehikel für die Vernetzung in einer der innovativsten und prosperierendsten Wirtschafts- und Wissenschaftsregionen Europas, die rund neun Millionen Menschen , mehr als 600 000 Unternehmen und zwei Metropolregionen (Hamburg und Kopenhagen) vereint. Mit 48 Hochschulen und 20 Forschungszentren, in die während der zurückliegenden Jahre Milliarden EU-Investitionen geflossen sind, bergen enormes Innovationspotenzial. „Wenn man sich dort andockt, kann es nicht von Nachteil sein“, meint Eisenach – wohl wissend, dass Mecklenburg-Vorpommern den Durchschnitt solcher Indikatoren noch nicht am oberen Ende mitbestimmt.

 Grafik: dpa, dens / quelle: dpa, femern.com
Grafik: dpa, dens / quelle: dpa, femern.com

Der Fehmarnbelt-Tunnel ist eines der wichtigsten Projekte der Europäischen Union (EU) zur Verknüpfung der mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften im Rahmen der Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN). Doch es gibt nicht nur erhebliche Widerstände aus Umweltsicht, sondern auch wirtschaftliche und finanzielle Bedenken gegen das Mammutprojekt.

Die versuchen mehrere Organisationen, in denen sich Handelskammern und Wirtschaftsverbände zusammenschließen, zu zerstreuen. Eine davon ist der Business Council. Zählbaren Einfluss, das räumt Eisenach ein, vermochte der FBBC noch nicht zu nehmen. „Das sind ganz dicke Bretter, da ist noch viel Luft nach oben.“ Da zählen schon kleine Vermittlungserfolge, etwa für die Hochschule Wismar. „Wir versuchen, öffentliches Bewusstsein zu schaffen, auch gegenüber Parlamenten und Regierungen“, sagt der IHK-Chairman. „Ich wünschte mir da schon mehr Engagement der hiesigen Landesregierung – Hamburg und Schleswig-Holstein sind da deutlich weiter.“ Positionspapiere sollen der Politik Entscheidungshilfe geben. So hatte der FBBC zuletzt in einem Arbeitsmarkt-Dossier auf die hinderlichen Systemunterschiede etwa im Renten-, Sozial- und Arbeitsrecht hingewiesen. „Oder es geht etwa darum, Grenzkontrollen, wie sie an der deutsch-dänischen Grenze praktiziert werden, kritisch zu hinterfragen und möglichst schnell wieder für Durchlässigkeit zu sorgen“, so Eisenach.

Von den Fehmarnbelt-Days in Hamburg erwartet er neue Impulse. „Unser wichtigstes Ziel ist, Menschen zusammenzubringen. Und dann wie in einer Art Nach-Messe-Geschäft gewonnene Kontakte aufzugreifen und weiterzubearbeiten.“

Für das kommende Jahr hat sich der FBBC das Thema Tourismus vorgenommen. Da kommt Eisenach schon wieder ins Schwärmen: „Wer einmal die südschwedische ,Riviera’ erlebt hat, wird tausend neue Ideen auch für unser Land mitnehmen.“

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erstellt am 20.Sep.2016 | 09:00 Uhr

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